Goldpreis steigt wegen schwachem Dollar und Zinshoffnung
Anleger erwarten Fed-Entscheidung und verfolgen Handelsgespräche mit China aufmerksam

Der Goldpreis hat am Montag zugelegt, begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar. Marktteilnehmer warteten auf neue Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die für später in dieser Woche erwartet wird. Zum Zeitpunkt von 04:16 GMT stieg der Preis für Spot-Gold um 0,5 Prozent auf 3.256,85 US-Dollar je Unze. Die US-Gold-Futures erhöhten sich um 0,7 Prozent auf 3.265,10 US-Dollar je Unze.
Der US-Dollar-Index fiel gegenüber anderen wichtigen Währungen um 0,3 Prozent, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums attraktiver machte. Analysten sehen in der aktuellen Dollarschwäche einen Grund für den jüngsten Anstieg des Goldpreises. Laut Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, wirkt der schwächelnde US-Dollar im Vorfeld der Fed-Sitzung unterstützend für Gold. Er erwartet, dass sich der Goldpreis vorerst in einer Spanne zwischen 3.200 und 3.350 US-Dollar bewegen könnte. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass neue Nachrichten zum Handelsabkommen zwischen den USA und China zu erneuter Volatilität führen könnten.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit der Märkte steht nun die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve. Zudem werden im Verlauf der Woche mehrere Reden von Fed-Vertretern erwartet, die Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik geben könnten. Derzeit rechnen Händler mit Zinssenkungen in einem Gesamtumfang von 80 Basispunkten im laufenden Jahr. Der Startschuss dafür könnte im Juli erfolgen, nachdem das US-Arbeitsministerium am Freitag einen unerwartet hohen Zuwachs an Arbeitsplätzen für April gemeldet hatte.
Gold, das keine Zinsen abwirft, gilt als Absicherung gegen weltwirtschaftliche Unsicherheit und Inflation. In einem Umfeld niedriger Zinsen kann das Edelmetall daher besonders profitieren. US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, dass er Jerome Powell bis zum Ablauf dessen Amtszeit im Mai 2026 nicht als Vorsitzenden des Fed-Vorstands entlassen werde. Gleichzeitig erneuerte er seine Forderung an die Notenbank, die Zinsen zu senken.
Trump teilte zudem mit, dass die Vereinigten Staaten Gespräche mit zahlreichen Ländern, darunter China, über Handelsabkommen führen. Ein fairer Deal mit China habe dabei für ihn oberste Priorität. Die chinesischen Märkte bleiben noch bis einschließlich 5. Mai aufgrund der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit geschlossen und werden den Handel am Dienstag, den 6. Mai, wieder aufnehmen.
Auch die Preise für andere Edelmetalle veränderten sich: Spot-Silber stieg um 0,5 Prozent auf 32,14 US-Dollar je Unze. Der Platinpreis sank um 0,2 Prozent auf 957,77 US-Dollar, während Palladium um 0,2 Prozent auf 955,28 US-Dollar zulegte.
