Goldpreis unter Druck durch Handels- und Jobdaten
Starker US-Arbeitsmarkt und sinkende Zollsorgen schwächen Nachfrage nach Edelmetallen

Der Goldpreis ist auf dem Weg zu einem erneuten Wochenverlust, nachdem sich die Spannungen im Handel zwischen den Vereinigten Staaten und China abgeschwächt haben und ein robuster US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wurde. Zum Stand von 15:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit notierte der Preis für Spot-Gold mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 3.233,30 US-Dollar je Feinunze. Im Wochenverlauf beläuft sich das Minus bislang auf 2,6 Prozent. Damit entfernt sich der Goldpreis weiter von seinem Rekordhoch von 3.500,05 US-Dollar vom 22. April. Am Donnerstag hatte er den niedrigsten Stand seit dem 14. April erreicht.
Die US-Terminpreise für Gold legten hingegen leicht zu. Sie stiegen um 0,6 Prozent auf 3.241,70 US-Dollar pro Feinunze. Marktbeobachter führen die zuletzt schwächere Entwicklung des Goldpreises auf das abnehmende Bedürfnis nach sicheren Anlageformen zurück. Die Hoffnung auf Fortschritte in den Gesprächen über Handelszölle zwischen den USA und China habe den Risikoappetit der Anleger gestärkt.
Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums hat Washington mehrfach die Bereitschaft zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über Zölle bekundet. Peking stehe solchen Gesprächen offen gegenüber. Analysten gehen davon aus, dass der Goldpreis die Marke von 3.500 US-Dollar kurzfristig nicht erneut überschreiten wird. Sollten sich die Handelsgespräche konkretisieren und das allgemeine Marktumfeld optimistischer werden, könnte die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen weiter sinken.
Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich im April stabil. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 177.000. Das übertraf die Erwartungen von Analysten, die mit einem Zuwachs von 130.000 gerechnet hatten. Allerdings gilt der Bericht als rückblickend, da die Folgen der schwankenden Zollpolitik der US-Regierung darin noch nicht sichtbar sind.
Infolge des Arbeitsmarktberichts reduzierten Händler ihre Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen bereits im Juni senken wird. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg, was Gold als zinslose Anlageform weniger attraktiv macht. Experten halten daher einen weiteren Rückgang des Goldpreises für möglich. Sollte die Unterstützung bei rund 3.200 US-Dollar durchbrochen werden, seien weitere Kursverluste denkbar.
Auch andere Edelmetalle entwickelten sich schwächer. Silber verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 32,01 US-Dollar je Feinunze. Der Platinpreis fiel um 0,2 Prozent auf 958,70 US-Dollar, während Palladium um 0,5 Prozent auf 945,25 US-Dollar zulegte. Alle drei Metalle verzeichneten bislang einen Wochenverlust.
