Goldpreis steigt wegen Nahost-Krise und Trumps Warnung
Evakuierungsaufruf und Fed-Sitzung befeuern Nachfrage nach sicheren Anlagen

Die anhaltenden Kämpfe zwischen Israel und Iran sowie ein Appell von US-Präsident Donald Trump zur Evakuierung der iranischen Hauptstadt Teheran haben die Nachfrage nach sicheren Anlageformen erhöht und den Goldpreis steigen lassen. Das Edelmetall legte am Dienstagmorgen um 0,3 Prozent auf 3.392,29 US-Dollar je Unze zu, nachdem es am Vortag um mehr als ein Prozent gefallen war. Auch die US-Goldfutures notierten mit einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent bei 3.410,90 US-Dollar.
Die Spannungen im Nahen Osten sorgen für große Unsicherheit an den Finanzmärkten. Zum fünften Mal in Folge wurde am Montag gekämpft. Dabei griff Israel unter anderem den staatlichen Rundfunk Irans an. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde meldete unterdessen erhebliche Schäden an der größten Urananreicherungsanlage des Landes.
US-Präsident Trump brach seinen Aufenthalt beim G7-Gipfel in Kanada ab und reiste vorzeitig zurück. Noch in der Nacht rief er die Bevölkerung Irans dazu auf, Teheran zu verlassen. Er begründete diesen ungewöhnlichen Schritt mit der iranischen Ablehnung eines Vorschlags zur Begrenzung der Entwicklung von Atomwaffen. Parallel dazu habe Trump laut Berichten die nationale Sicherheitsbehörde der Vereinigten Staaten angewiesen, sich in erhöhter Alarmbereitschaft zu halten und die Lage im sogenannten Situation Room zu beobachten.
Marktexperten beobachten unterdessen starke Schwankungen im Goldhandel. Die Preisbewegungen verlaufen aktuell beiderseits der Marke von 3.400 Dollar je Unze. Laut Tim Waterer, Chefanalyst beim Brokerhaus KCM Trade, wechsle die Marktstimmung momentan zwischen Eskalation und Deeskalation – was sich unmittelbar auf den Kursverlauf des Edelmetalls auswirke. Er sieht in der Gesamtlage ausreichend Unsicherheitsfaktoren, um den Goldpreis potenziell bis zur Marke von 3.500 Dollar steigen zu lassen.
Neben den geopolitischen Spannungen rückt auch die Geldpolitik der US-Notenbank ins Blickfeld. Die Federal Reserve startet im Tagesverlauf ihre nächste Sitzung. Zwar wird erwartet, dass die Zinsen vorerst unverändert bleiben, jedoch blicken Anleger gespannt auf die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zur künftigen Zinspolitik. Derzeit rechnen Marktteilnehmer mit zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende.
Auch andere Edelmetalle zeigten sich stabil: Silber stieg um 0,3 Prozent auf 36,43 US-Dollar je Unze, während Platin mit 1.245,55 Dollar und Palladium mit 1.029,08 Dollar jeweils auf Vortagsniveau verharrten. Die US-Börsen reagierten mit Zugewinnen – der Dow legte um 0,75 Prozent zu, der S&P 500 kletterte um fast ein Prozent, und der Nasdaq stieg um 1,5 Prozent.
