Goldpreis steigt nach überraschend schwacher US-Inflation
Zinssenkungserwartungen beflügeln Märkte – Platin erreicht höchsten Stand seit 2021

Gold verteuerte sich nach der Veröffentlichung unerwartet schwacher Inflationsdaten aus den USA. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls stieg bis zum Nachmittag um 0,1 Prozent auf 3.324,72 US-Dollar, nachdem er zuvor im Tagesverlauf zeitweise um bis zu ein Prozent zugelegt hatte. Die US-Terminkontrakte auf Gold schlossen nahezu unverändert bei 3.343,70 Dollar.
Hintergrund des Anstiegs sind aktuelle Zahlen zur Verbraucherpreisentwicklung in den Vereinigten Staaten. Im Mai stieg der US-Verbraucherpreisindex lediglich um 0,1 Prozent, nach einem Plus von 0,2 Prozent im April. Ökonomen hatten mit einer wiederholten Steigerung von 0,2 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht kletterten die Preise um 2,5 Prozent. Die überraschend moderaten Zahlen nährten Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bereits im September mit einer Zinssenkung beginnen könnte.
Die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik führte zu sinkenden Renditen und einem schwächeren Dollar, was die Attraktivität von Gold erhöhte. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent eine Zinssenkung im September ein.
Neben der Inflationsentwicklung sorgten auch außenpolitische Entwicklungen für Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump erklärte, eine Einigung mit China sei erzielt worden. Demnach werde Peking künftig Magnete und seltene Erden liefern, während die Vereinigten Staaten chinesischen Studenten die Einreise an amerikanische Hochschulen ermöglichen wollen.
Im Fokus der Märkte steht nun die Veröffentlichung der Produzentenpreisindizes in den USA, die am Donnerstag erwartet wird. Diese Daten könnten zusätzliche Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern. Vor der nächsten Sitzung der Zentralbank am 17. und 18. Juni bleibt die Entwicklung damit genau beobachtet.
Auch andere Edelmetalle zeigten deutliche Kursbewegungen. Der Preis für Platin legte um 2,9 Prozent auf 1.256,70 Dollar zu und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2021. Analysten führten die Entwicklung auf spekulative Käufe und steigende ETF-Nachfrage zurück. Gleichzeitig wurde vor einer nachhaltigen Rally gewarnt, da die Nachfrage aus China als preissensibel gilt und ein höheres Angebot erwartet wird. Silber hingegen gab um 1,2 Prozent auf 36,11 Dollar nach, während Palladium um 1,3 Prozent auf 1.074,25 Dollar zulegte.
Der Aktienmarkt in den USA büßte unterdessen seine anfänglichen Gewinne ein, nachdem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut zugenommen hatten.
