Goldpreis steigt wegen Unsicherheit im Handelsstreit
Anleger warten auf US-Inflationsdaten und Entscheidung von Trump und Xi

Die Goldpreise sind am Mittwoch gestiegen, da die Unsicherheit über die endgültige Ausgestaltung eines Handelsabkommens zwischen den USA und China die Nachfrage nach sicheren Anlageformen anheizte. Marktteilnehmer warteten zudem gespannt auf neue Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten, die weiteren Aufschluss über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank geben könnten.
Der Preis für eine Feinunze Spot-Gold erhöhte sich im frühen Handel um 0,5 Prozent auf 3.337,99 US-Dollar. Die US-Gold-Futures notierten ebenfalls 0,5 Prozent höher bei 3.359,20 Dollar je Unze. Analysten verweisen auf die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Zustimmung von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zu dem in London ausgehandelten Rahmenabkommen.
US-amerikanische und chinesische Vertreter hatten nach zweitägigen Gesprächen erklärt, man habe sich grundsätzlich auf einen Plan verständigt, um den Handelsfrieden wiederherzustellen. Teil der Vereinbarung sei auch die Aufhebung chinesischer Exportbeschränkungen für seltene Erden. Die endgültige Zustimmung beider Präsidenten steht jedoch noch aus, was die Märkte weiterhin belastet.
Zuvor hatten beide Länder im April gegenseitig Zölle verhängt und damit eine neue Runde im Handelskonflikt eingeleitet. Nach Gesprächen in Genf war im vergangenen Monat vereinbart worden, diese Zölle von dreistelligen Sätzen wieder zu senken. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Weltbank warnte am Dienstag, dass höhere Zölle und anhaltende Unsicherheit das globale Wachstum deutlich bremsen könnten. Sie senkte ihre Prognose für das Jahr 2025 um 0,4 Prozent auf nur noch 2,3 Prozent.
Nach Einschätzung von Marktanalysten dürfte der Goldpreis kurzfristig eine Konsolidierungsphase durchlaufen, bevor ein erneuter Anstieg in Richtung 3.600 Dollar pro Unze bis Jahresende möglich sei. Entscheidende Impulse könnten von dem Verbraucherpreisindex (CPI) der USA ausgehen, der im Tagesverlauf veröffentlicht wird.
Die Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen erwartet, dass die US-Notenbank die Leitzinsen in den kommenden Monaten unverändert lässt. Die Gefahr einer wieder anziehenden Inflation – auch infolge der Zollpolitik der USA – bleibe bestehen. Auf dem Edelmetallmarkt fiel der Spotpreis für Silber leicht um 0,1 Prozent auf 36,52 Dollar je Unze. Platin verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 1.238,97 Dollar, während Palladium um 1 Prozent auf 1.070,88 Dollar zulegte. Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag mit Gewinnen, getragen von der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit.
