Goldpreis steigt wegen Handelsunsicherheit und Konjunktursorgen
OECD warnt vor Abschwung, Fed bleibt bei vorsichtiger Zinspolitik

Der Goldpreis ist am Mittwoch gestiegen, da die anhaltenden Unsicherheiten im Handelsverhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie globale wirtschaftliche Sorgen die Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöht haben. Der Preis für Spot-Gold lag zuletzt bei 3.361,03 US-Dollar pro Unze, ein Anstieg von 0,3 Prozent. Auch die US-Gold-Futures legten um 0,2 Prozent auf 3.384,20 US-Dollar zu.
Ein Analyst von OANDA für den asiatisch-pazifischen Raum erklärte, dass sich möglicherweise Käufer wieder zurückmeldeten, da die Situation weiterhin unsicher sei – sowohl im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den USA und China als auch zwischen der Europäischen Union und den USA. Gold wird in wirtschaftlich unsicheren Zeiten traditionell als sicherer Hafen betrachtet.
Chinas Außenminister Wang Yi forderte die Vereinigten Staaten auf, die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu einem stabilen bilateralen Verhältnis zu schaffen. Die US-Regierung deutete an, dass Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping noch in dieser Woche Gespräche führen könnten, um die bestehenden Handelskonflikte zu besprechen.
Gleichzeitig teilte die US-Regierung mit, dass sie von einer Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium aus Großbritannien absehen werde. Die wirtschaftlichen Sorgen verschärften sich weiter, nachdem die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor einer stärkeren als bisher erwarteten globalen Abschwächung gewarnt hatte. Die Handelspolitik der Trump-Regierung belaste insbesondere die Wirtschaft der Vereinigten Staaten.
Ein Analyst kommentierte, dass der OECD-Bericht ein zusätzlicher Faktor sei, der die Nachfrage nach sicheren Anlagen auch mittelfristig weiter anheizen könne. Aus den aktuellen US-Arbeitsmarktdaten ging hervor, dass die Zahl der offenen Stellen im April zwar gestiegen sei, gleichzeitig jedoch die Entlassungen auf den höchsten Stand seit neun Monaten kletterten, was auf eine Abschwächung des Arbeitsmarkts hindeute.
Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve bekräftigten ihre vorsichtige Haltung hinsichtlich der Zinspolitik. Sie verwiesen dabei auf die bestehenden Risiken, die sich aus den Handelskonflikten und der wirtschaftlichen Unsicherheit ergeben.
Neben Gold zeigte sich der Silberpreis mit 34,48 US-Dollar pro Unze stabil. Platin verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1.078,96 US-Dollar. Der Preis für Palladium hingegen fiel um 0,5 Prozent auf 1.005,44 US-Dollar.
