Goldpreis steigt durch schwächeren Dollar leicht an
Handelskonflikte und Inflationsdaten sorgen für Unsicherheit an den Märkten

Gold verzeichnete am Montag einen leichten Anstieg, begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar und verstärkte Zuflüsse in sichere Anlagen. Die wachsenden Sorgen über eine Eskalation des globalen Handelskriegs ließen Investoren vorsichtig agieren, während sie auf weitere Signale zur künftigen Zinspolitik der US-Notenbank warteten. Der Spot-Goldpreis stieg um 0,1 Prozent auf 2.914,00 US-Dollar je Feinunze, während die US-Goldfutures um 0,2 Prozent auf 2.920,10 US-Dollar zulegten.
Der US-Dollar-Index verharrte in der Nähe seines Viermonatstiefs, das er in der vergangenen Woche erreicht hatte. Dadurch wurde in Dollar gepreistes Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Analysten sehen in der gegenwärtigen Unsicherheit auf den Finanzmärkten eine Stärkung der Nachfrage nach dem Edelmetall. Kyle Rodda, Finanzmarktanalyst bei Capital.com, äußerte die Einschätzung, dass Gold in den kommenden Monaten die Marke von 3.000 US-Dollar überschreiten könnte. Die bestehenden Risiken für das Wirtschaftswachstum sowie Unsicherheiten in der US-Außenpolitik trügen zur Attraktivität von Gold als Anlageform bei.
US-Präsident Donald Trump vermied es am Sonntag, eine Prognose über eine mögliche Rezession in den Vereinigten Staaten abzugeben. Hintergrund sind anhaltende Sorgen an den Finanzmärkten über seine jüngsten Zollmaßnahmen gegen Mexiko, Kanada und China im Zusammenhang mit dem Fentanyl-Handel. Die wiederholten Änderungen in der Zollpolitik haben an den US-Börsen für Verunsicherung gesorgt, da Investoren Schwierigkeiten haben, eine verlässliche Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen vorzunehmen. Die Befürchtung, dass die Maßnahmen das Wachstum bremsen und die Inflation anheizen könnten, nimmt zu.
Vergangene Woche hatte Trump neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Mexiko und Kanada verhängt sowie weitere Strafzölle auf chinesische Waren eingeführt. Wenige Tage später nahm die Regierung einige dieser Maßnahmen zurück, indem sie zahlreiche mexikanische und einige kanadische Produkte für einen Monat von den Zöllen ausnahm. Diese wechselhaften Entscheidungen haben die Unsicherheit an den Märkten weiter verstärkt und Inflations- sowie Wachstumsängste geschürt. Viele Anleger befürchten, dass eine derartige Zollpolitik der Wirtschaft schaden könnte.
Die Marktteilnehmer richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Inflationsdaten aus den USA. Der Verbraucherpreisindex (CPI) wird am Mittwoch erwartet, während die Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex (PPI) für Donnerstag angesetzt ist. Diese Zahlen könnten Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve liefern. Während Gold oft als Absicherung gegen politische Risiken und Inflation gilt, mindern höhere Zinssätze jedoch die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.
Der Silberpreis sank um 0,2 Prozent auf 32,45 US-Dollar je Feinunze, während Platin mit 963,37 US-Dollar unverändert blieb. Auch Palladium zeigte mit 948,64 US-Dollar keine Veränderung.
