Goldpreis sinkt leicht nach neuen US-Zöllen
Handelskonflikte mit China, Kanada und Mexiko belasten die Märkte

Goldpreise gaben am Dienstag leicht nach, während sich Investoren auf die wirtschaftlichen Folgen der neuen Zölle von US-Präsident Donald Trump vorbereiteten. Diese betreffen Importe aus Kanada, Mexiko und China und traten nun in Kraft. Der Preis für Spotgold sank um 0,1 Prozent auf 2.892,00 US-Dollar pro Unze. Die US-Gold-Futures hielten sich stabil bei 2.902,20 US-Dollar. Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com erklärte, dass der aktuelle Rückgang Teil einer umfassenderen Marktkorrektur sei, die die Preise möglicherweise in den Bereich der 2.700-Dollar-Marke drücke, bevor der übergeordnete Aufwärtstrend wieder einsetze.
Die jüngsten Handelskonflikte belasten die Märkte. Trumps neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Kanada und Mexiko sowie die Verdopplung der Abgaben auf chinesische Waren auf 20 Prozent verschärfen die wirtschaftlichen Spannungen. China reagierte umgehend mit eigenen Maßnahmen und kündigte zusätzliche Zölle in Höhe von 10 bis 15 Prozent auf bestimmte US-Importe an, die ab dem 10. März gelten sollen. Zudem führte Peking neue Exportbeschränkungen für bestimmte US-Unternehmen ein.
Die Handelskonflikte haben Auswirkungen auf den Goldmarkt. Die jüngsten Maßnahmen der US-Regierung werden allgemein als inflationsfördernd betrachtet und haben dazu geführt, dass Investoren verstärkt in das Edelmetall flüchten. Gold verzeichnete seit Jahresbeginn bereits einen Anstieg von rund zehn Prozent. Gleichzeitig könnte eine anhaltend hohe Inflation jedoch die US-Notenbank Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau zu halten, was die Attraktivität von Gold als nicht verzinsliche Anlage schmälern könnte.
Marktteilnehmer blicken nun auf die bevorstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA, um Hinweise auf die künftige Zinspolitik der Federal Reserve zu erhalten. Der ADP-Beschäftigungsbericht wird am Mittwoch veröffentlicht, während der US-Arbeitsmarktbericht für den Februar am Freitag folgt. Diese Daten könnten darüber entscheiden, ob sich die Geldpolitik in den kommenden Monaten verändert.
Die Investmentbank JPMorgan hält an einer langfristig optimistischen Prognose für den Goldpreis fest. Das Institut erwartet, dass der Goldpreis im vierten Quartal 2025 nahe der Marke von 3.000 US-Dollar pro Unze notieren wird. Unterdessen veränderten sich die Preise für andere Edelmetalle nur geringfügig. Spot-Silber legte um 0,1 Prozent auf 31,71 US-Dollar pro Unze zu. Platin verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 955,42 US-Dollar, während Palladium um 0,8 Prozent auf 930,64 US-Dollar fiel.
