Goldpreis sinkt nach Anstieg des US-Dollars
Märkte reagieren auf Zölle, steigende Renditen und Handelskonflikte

Der Goldpreis verzeichnete am Mittwoch einen leichten Rückgang, beeinflusst durch einen stärkeren US-Dollar und steigende Renditen von US-Staatsanleihen. Marktteilnehmer beobachteten weiterhin die potenziellen Auswirkungen der neuen Zölle, die US-Präsident Donald Trump verhängt hat. Der Preis für Spotgold sank um 0,2 Prozent auf 2.912,09 US-Dollar je Unze, nachdem er am Dienstag fast ein Prozent gestiegen war. Die US-Goldfutures hingegen legten um 0,1 Prozent auf 2.922,70 US-Dollar zu.
Die Aufwertung des US-Dollars verteuerte Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig stiegen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, was die Attraktivität des renditelosen Edelmetalls minderte. Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, erklärte, dass der leichte Anstieg des US-Dollars während Trumps Rede vor dem Kongress den Aufwärtstrend des Goldpreises gebremst habe. Er geht jedoch davon aus, dass Gold weiterhin gefragt bleiben wird, solange Unsicherheiten im internationalen Handel das Marktgeschehen bestimmen.
Die neuen US-Zölle, die am Dienstag in Kraft traten, belaufen sich auf 25 Prozent für Importe aus Mexiko und Kanada. Zudem wurden die Abgaben auf chinesische Waren auf 20 Prozent verdoppelt. Diese Maßnahmen dürften den Handelskonflikt weiter verschärfen, das Wirtschaftswachstum bremsen und gleichzeitig die Inflation in den USA weiter anheizen. Als Reaktion darauf verhängten China und Kanada eigene Strafzölle auf eine Reihe von US-Produkten. Mexiko kündigte an, am Sonntag mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.
John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, wies darauf hin, dass die neuen US-Zölle voraussichtlich die Inflation antreiben werden. Gleichzeitig betonte er, dass die derzeitige Zinspolitik angemessen sei und keine Anpassungen erforderlich mache. Obwohl Gold als Inflationsschutz gilt, könnten höhere Zinsen die Attraktivität des Edelmetalls verringern.
Die Marktteilnehmer richten nun ihre Aufmerksamkeit auf den später am Tag erwarteten ADP-Beschäftigungsbericht sowie die für Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Diese könnten weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten geben.
In China wurden unterdessen neue fiskalpolitische Anreize freigesetzt, um den Konsum zu stärken und das angestrebte Wirtschaftswachstum von rund fünf Prozent für dieses Jahr zu unterstützen. Der chinesische Markt bleibt einer der wichtigsten Faktoren für die Nachfrage nach Edelmetallen.
Der Silberpreis stieg um 0,1 Prozent auf 32,00 US-Dollar je Unze. Platin blieb stabil bei 960,25 US-Dollar, während Palladium um 0,8 Prozent auf 949,05 US-Dollar zulegte.
