Goldpreis stabil trotz Trumps neuer Zollpläne
Höhere Anleiherenditen und asiatische Marktresistenz bremsen Aufwärtsdynamik des Edelmetalls

Gold zeigte sich zu Wochenbeginn stabil, während Investoren die Auswirkungen neuer US-Zollvorschläge auf wichtige Handelspartner abwägen. Die jüngsten Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump, der angekündigt hatte, ab dem 1. August Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Japan und Südkorea zu erheben, haben die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold gestützt. Gleichzeitig wirkten jedoch steigende Renditen von US-Staatsanleihen einer deutlicheren Preisbewegung beim Edelmetall entgegen.
Der Goldpreis am Spotmarkt sank leicht um 0,1 Prozent auf 3.331,85 US-Dollar je Feinunze. Die Futures auf US-Gold blieben nahezu unverändert bei 3.341,80 US-Dollar. Die Märkte reagierten damit zurückhaltend auf Trumps Zolloffensive, die eine neue Phase im von ihm begonnenen Handelskonflikt einläutet. Die zunächst auf zehn Prozent begrenzten "Reziprozitätszölle" laufen noch bis zum 9. Juli, um Raum für Verhandlungen zu lassen. Absprachen gibt es bislang jedoch nur mit Großbritannien und Vietnam.
Analysten zufolge ist die Reaktion der Investoren auf Trumps Ankündigungen bisher verhalten. Der Chefanalyst von KCM Trade, Tim Waterer, erklärte, dass die Nachfrage nach sicheren Häfen derzeit begrenzt sei und Gold auf eine Gelegenheit für einen Ausbruch nach oben warte. Als belastend wirkten jedoch die höheren Anleiherenditen sowie die relative Robustheit der asiatischen Märkte gegenüber den aktuellen Zollentwicklungen.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen blieb in der Nähe eines Zwei-Wochen-Hochs. Für Anleger erhöht sich dadurch der sogenannte Opportunitätskostenfaktor, da zinslose Anlagen wie Gold im Vergleich zu verzinsten Papieren an Attraktivität verlieren. Gleichzeitig warnte China vor einer möglichen Wiederbelebung der Handelskonflikte durch die USA und kündigte Gegenmaßnahmen an, falls Staaten Vereinbarungen mit Washington träfen, um Peking aus Lieferketten auszuschließen.
In den USA wächst derweil die Sorge, dass die neuen Zölle inflationsfördernd wirken könnten. Diese Befürchtung erschwert der US-Notenbank die Entscheidungsfindung über künftige Zinsschritte. Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung werden mit Spannung erwartet: Am Mittwoch will die Federal Reserve das Protokoll ihrer Sitzung vom Juni veröffentlichen.
Neben Gold blieben die Preise weiterer Edelmetalle ebenfalls weitgehend stabil. Der Silberpreis verharrte bei 36,75 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 0,1 Prozent auf 1.368,93 US-Dollar nach, während Palladium um 0,2 Prozent auf 1.112,88 US-Dollar zulegte.
