Goldpreis steigt wegen schwachem Dollar und Zollrisiken
Trump erhöht Druck auf Fed – Anleger suchen sichere Häfen vor Frist am 9. Juli

Die Goldpreise sind gestiegen, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar und zunehmende Unsicherheit im Vorfeld eines wichtigen Termins für mögliche neue US-Zölle. Anleger suchten vermehrt sichere Anlagen, da am 9. Juli eine Frist ausläuft, nach der die Vereinigten Staaten höhere Zölle auf verschiedene Importe erheben könnten.
Spot-Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 3.322,55 US-Dollar je Unze. Die US-Goldfutures kletterten um 0,8 Prozent auf 3.334,80 Dollar. Der Dollar-Index gab unterdessen um 0,2 Prozent nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren. Die Schwäche der US-Währung macht Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen günstiger.
Hintergrund der Marktentwicklung ist unter anderem die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zuletzt seine Unzufriedenheit mit den laufenden Verhandlungen mit Japan deutlich gemacht. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass Ländern im Rahmen dieser Politik bald deutlich höhere Zölle angekündigt werden könnten. Die bereits im April veröffentlichten Sätze zwischen 10 und 50 Prozent sollen ab dem 9. Juli nach einer 90-tägigen Pause in Kraft treten – es sei denn, es werden bis dahin bilaterale Handelsabkommen geschlossen.
Zusätzlich erhöht sich der Druck auf die US-Notenbank. Trump forderte erneut eine Lockerung der Geldpolitik und schickte dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, eine Liste mit den Leitzinsen anderer Zentralbanken, versehen mit handschriftlichen Anmerkungen. Demnach sollten die US-Zinsen zwischen jenen von Japan (0,5 Prozent) und Dänemark (1,75 Prozent) liegen.
Laut Nicholas Frappell, dem globalen Leiter für institutionelle Märkte bei der ABC Refinery, stützt neben dem schwächeren Dollar auch die Unsicherheit über die Zölle den Goldpreis. Er zeigte sich allerdings überrascht über den Optimismus am Markt in Bezug auf mögliche Zinssenkungen. Finanzminister Bessent kündigte zudem an, dass die Regierung bei der nächsten Vakanz im Direktorium der US-Notenbank Anfang 2026 einen Nachfolger für Powell ernennen wolle.
Die Anleger beobachten in dieser durch einen Feiertag verkürzten Handelswoche genau eine Reihe von US-Arbeitsmarktdaten. Die Veröffentlichung der offiziellen Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung am Donnerstag könnte Hinweise auf den weiteren Kurs der Geldpolitik geben. Auch andere Edelmetalle verzeichneten Preisveränderungen: Silber legte um 0,2 Prozent auf 36,16 Dollar je Unze zu, Platin blieb stabil bei 1.352,49 Dollar, während Palladium um 1,4 Prozent auf 1.113,18 Dollar zulegte.
