Futures im Minus: Fed-Sitzung und steigende Anleiherenditen belasten
Aktien-Futures sinken, Ölpreise steigen, Fed startet Zinsentscheidung – die wichtigsten Fakten zum Handelstag.

Die Aktien-Futures deuten am Dienstag auf einen weiteren schwachen Handelstag hin. Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average und den S&P 500 lagen zuletzt um 0,2 Prozent im Minus, während die Nasdaq-Futures um 0,1 Prozent nachgaben. Bereits am Montag hatten die großen Indizes Verluste verzeichnet, angeführt von einem Rückgang bei Technologieaktien, nachdem KI-Unternehmenschefs am Wochenende auf Sicherheitsbedenken hingewiesen und eine Verlangsamung der Technologieentwicklung gefordert hatten.
Belastet wird die Stimmung zudem durch einen anhaltenden Anstieg der Renditen von Staatsanleihen und der Ölpreise. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe erreichte mit über 5,00 Prozent den höchsten Stand seit 2007. Die WTI-Rohöl-Futures stiegen um ein Prozent auf 102 Dollar pro Barrel. Gold-Futures gaben leicht nach und notierten bei 4.325 Dollar je Unze. Bitcoin fiel auf 76.800 Dollar, nachdem er am Vortag noch bei 79.300 Dollar gelegen hatte.
Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe auf Höchststand seit 2007
Inflationsängste und steigende Schulden haben in den vergangenen Wochen zu einer Verkaufswelle bei Staatsanleihen geführt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, die direkten Einfluss auf die Zinssätze für Konsumentenkredite hat, lag zuletzt bei 5,01 Prozent und stieg zeitweise bis auf 5,04 Prozent. Ein solches Niveau wurde zuletzt im Juli 2007 erreicht, als die US-Finanzmärkte mitten in einer wachsenden Immobilienkrise steckten.
Auch die Rendite der 30-jährigen Anleihe notiert mit 5,37 Prozent auf einem hohen Niveau und nähert sich ihrem Höchststand vom Juni 2007 von knapp unter 5,40 Prozent. Sollte dieser Wert überschritten werden, wäre dies ein neues Hoch seit Juni 2004. Die steigenden Renditen haben direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere auf den Wohnungsmarkt. Die Zinssätze für 30-jährige Hypotheken liegen auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahr, was Hausbesitzer mit niedrigeren Zinsen davon abhält, ihre Häuser zu verkaufen, und die Kosten für potenzielle Käufer in die Höhe treibt.
Fed beginnt zweitägige Sitzung über Zinssätze
Das geldpolitische Gremium der Federal Reserve startet heute eine zweitägige Sitzung. Die Erwartungen sind hoch, dass die Zentralbank ihren Leitzins zum ersten Mal seit drei Jahren anheben wird. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh, der sein Amt im Mai antrat, hat wiederholt betont, dass die Bekämpfung der Inflation seine höchste Priorität sei. Aktuelle Daten bestätigen, dass die Inflation deutlich über dem Zielwert der Fed liegt.
Die Entscheidung des Federal Open Market Committee wird am Mittwochnachmittag bekannt gegeben, zusammen mit den vierteljährlichen wirtschaftlichen Prognosen des Gremiums. Anschließend wird Warsh eine Pressekonferenz geben, bei der Anleger nach Hinweisen auf künftige Zinsbewegungen suchen werden. Warsh hat jedoch klargestellt, dass er nicht der Ansicht sei, die Fed solle den Finanzmärkten Vorgaben machen, wohin sich die Zinsen entwickeln könnten.
Bitcoin fällt vor wichtiger Senatsabstimmung über Krypto-Gesetz
Ein bedeutendes Krypto-Gesetz steht heute vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Der sogenannte „Clarity Act“, der neue Regulierungen für die Branche einführen würde, steht im Senat zur Abstimmung über die Beendigung der Debatte (Cloture Vote) an. Dafür werden 60 Stimmen benötigt, um zu einer vollständigen Plenarabstimmung zu gelangen. Die Zukunft des Gesetzes ist unsicher, da Demokraten eine Klausel durchgesetzt haben, die Gesetzgeber verpflichten würde, Beteiligungen an Krypto-Assets zu veräußern.
Ein Erfolg bei der Abstimmung könnte als positives Zeichen gewertet werden und die Bitcoin-Preise ankurbeln. Bitcoin notierte am Morgen knapp unter 77.000 Dollar, nachdem er Anfang des Monats noch über 81.000 Dollar gestanden hatte. Auch kryptobezogene Aktien wie Strategy (MSTR), Coinbase (COIN), Robinhood (HOOD) und Circle (CRCL) lagen vor der Eröffnungsglocke im roten Bereich.
Dave & Buster's-Aktie stürzt nach schwachen Quartalszahlen ab
Die Aktien von Dave & Buster's Entertainment (PLAY) brechen ein, nachdem die Ergebnisse des Restaurant- und Arcade-Betreibers hinter den Erwartungen zurückblieben. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 544,1 Millionen Dollar, was einem Rückgang von zwei Prozent im Jahresvergleich entspricht. Analysten hatten mit einem nahezu flachen Verlauf gerechnet.
Zudem meldete Dave & Buster's einen überraschenden bereinigten Verlust von 27 Cent je Aktie, während Analysten einen Gewinn von 22 Cent je Aktie erwartet hatten. Die Aktie lag im vorbörslichen Handel zuletzt um 13 Prozent im Minus und fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang 2020, als die COVID-19-Pandemie das Geschäftsmodell des Unternehmens massiv beeinträchtigt hatte.
