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Steigende Staatsanleiherenditen verdrängen KI-Blase als größtes Risiko

Fondsmanager sehen unkontrollierte Renditeanstiege als neue größte Gefahr für Aktienmärkte.

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Steigende Staatsanleiherenditen verdrängen KI-Blase als größtes Risiko

Die Sorge vor einer Übertreibung bei Künstlicher Intelligenz hat an der Wall Street einen neuen Platzverweis erhalten. Laut der aktuellen September-Umfrage der Bank of America fürchten globale Fondsmanager nun etwas anderes noch mehr: unkontrolliert steigende Staatsanleiherenditen.

An der Umfrage nahmen 170 Fondsmanager teil, die gemeinsam Vermögen in Höhe von 470 Milliarden US-Dollar verwalten. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Stimmungswandel. Waren es im August noch netto 27 Prozent der Befragten, die eine KI-Blase als größtes Risiko sahen, sind es nun 33 Prozent, die einen „unordentlichen“ Anstieg der Renditen bei Staatsanleihen als das bedeutendste „Tail-Risk“-Ereignis betrachten.

Ein Tail Risk bezeichnet in der Finanzwelt ein seltenes oder extremes Marktgeschehen mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit. Wenn es jedoch eintritt, kann es erhebliche Verwerfungen an den Märkten auslösen. Die Fondsmanager fürchten, dass ein solcher Renditeanstieg die Volatilität anheizen und auf die Aktienmärkte sowie die gesamte Wirtschaft übergreifen könnte.

Hintergrund des Stimmungswandels

Die Verschiebung der Risikowahrnehmung ist bemerkenswert. Noch im August dominierte die Diskussion um überhöhte Bewertungen im Technologiesektor, insbesondere bei Unternehmen, die stark auf KI setzen. Nun rücken die Anleihemärkte in den Fokus. Steigende Renditen bei Staatsanleihen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen. Das kann die wirtschaftliche Aktivität bremsen und die Bewertungen an den Aktienmärkten unter Druck setzen.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung besonders relevant. Der deutsche Leitindex DAX reagiert traditionell empfindlich auf Zinsbewegungen. Steigende Renditen an den globalen Anleihemärkten, insbesondere bei US-Staatsanleihen als Leitmarkt, könnten auch die Kurse hierzulande belasten.

Die Bank of America-Umfrage gilt als wichtiger Stimmungsindikator für die internationale Finanzbranche. Dass sich die größte Sorge der Fondsmanager innerhalb eines Monats so deutlich verschoben hat, signalisiert eine grundlegende Neubewertung der Marktrisiken. Anleger sollten die Entwicklung der Staatsanleiherenditen daher genau im Auge behalten.

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