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Händler und Zentralbanken uneins über Zinserhöhungen in Europa

Geldmärkte erwarten vier EZB- und fünf BOE-Zinsschritte binnen zwölf Monaten.

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Händler und Zentralbanken uneins über Zinserhöhungen in Europa

Die Finanzmärkte in Europa entfernen sich zunehmend von der Einschätzung der Notenbanken, wenn es um das künftige Zinsniveau geht. Händler wetten auf deutlich mehr Zinserhöhungen, als die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BOE) bislang signalisieren.

Auslöser der neuen Hawkishness an den Geldmärkten sind die stark gestiegenen Energiepreise. Sie befeuern erneut die Inflationsängste und lassen die Marktteilnehmer auf eine straffere Geldpolitik setzen.

Konkret implizieren Swaps für die kommenden zwölf Monate vier weitere Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt durch die EZB. Für die Bank of England rechnen die Märkte sogar mit fünf entsprechenden Schritten.

Wachsende Kluft zwischen Markt und Notenbank

Diese Erwartungen liegen deutlich über dem, was die Zentralbanker selbst zuletzt kommuniziert haben. Die EZB hatte sich in ihren jüngsten Sitzungen zurückhaltender gezeigt, während die BOE ebenfalls auf eine moderate Gangart setzte.

Der Konflikt zwischen Markterwartung und Notenbank-Kommunikation ist für Anleger von großer Bedeutung. Sollten die Zentralbanken tatsächlich gezwungen sein, die Zinsen stärker anzuheben als geplant, hätte dies weitreichende Folgen für Aktien, Anleihen und Immobilienmärkte.

Die Entwicklung der Energiepreise bleibt dabei der entscheidende Treiber. Steigen sie weiter, dürfte der Druck auf die Notenbanken zunehmen, dem Markt zu folgen und die Zinsen aggressiver anzuheben.

Sollten die Energiepreise hingegen nachgeben, könnten sich die Inflationserwartungen wieder abschwächen. Dann wäre eine Annäherung zwischen den Positionen von Händlern und Zentralbanken möglich.

Fazit für Anleger

Die aktuellen Swap-Sätze zeigen: Die Märkte preisen eine straffere Geldpolitik ein, als die Notenbanken selbst signalisieren. Privatanleger sollten diese Diskrepanz im Auge behalten, denn sie kann zu erhöhter Volatilität führen, sobald neue Daten oder Aussagen der Zentralbanker die Erwartungen verschieben.

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