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Fed-Vorsitzender Warsh: Inflation bleibt „zu hoch“ – Märkte brechen ein

Kevin Warsh signalisiert weitere Zinserhöhungen – US-Aktienkurse fallen, Rendite der zehnjährigen Anleihen über 5%.

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Fed-Vorsitzender Warsh: Inflation bleibt „zu hoch“ – Märkte brechen ein

Der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh, hat die Inflationssorge erneut in den Mittelpunkt gerückt und damit an den Finanzmärkten für deutliche Verwerfungen gesorgt. „Die Inflation ist zu hoch und das schon zu lange“, sagte Warsh am Mittwochmittag gegenüber Reportern. Die Aussage traf die Märkte hart, nachdem die Zentralbank erstmals seit drei Jahren die Zinsen angehoben hatte.

Die Aktienkurse an der Wall Street brachen daraufhin ein. Der Dow Jones Industrial Average sackte um 1,2 Prozent beziehungsweise 631 Punkte ab. Der S&P 500 fiel um rund 0,4 Prozent, während der Nasdaq Composite nur minimale Verluste verzeichnete. Alle drei großen US-Aktienindizes notierten zum siebten Mal in den vergangenen acht Handelssessions im Minus.

Rendite der zehnjährigen Treasury-Anleihen über 5 Prozent

Besonders bemerkenswert war die Entwicklung am Anleihemarkt: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen (Treasury) kletterte erstmals seit Juli 2007 wieder über die Marke von fünf Prozent. Dies geschah, nachdem sich Warsh in seinen Ausführungen deutlich hawkish geäußert hatte. „Die heutigen Maßnahmen zeigen, dass wir es ernst meinen“, fügte er später hinzu.

Anfangs hatten die Märkte den Zinsanstieg der Fed noch mit Erleichterung begrüßt. Präsident Donald Trump hatte zuvor argumentiert, die Zinsen seien ohnehin bereits zu hoch. Investoren hatten befürchtet, Warsh werde zögern, den steigenden Preisen direkt entgegenzutreten. Doch die deutliche Rhetorik des neuen Fed-Vorsitzenden sorgte schnell für eine Kehrtwende.

Strategen raten zu defensiverer Haltung

Mike O'Rourke, Chief Market Strategist bei JonesTrading, kommentierte die Lage mit deutlichen Worten: „Wir müssen damit rechnen, dass wir uns in einer Phase der Zinserhöhungen befinden.“ Er fügte hinzu: „Es gibt Unsicherheiten für die absehbare Zukunft, die dazu führen sollten, dass die Anleger etwas defensiver agieren.“

Die Leitindizes sahen sich vor einer leichten Erholung gegen Ende des Handelstages zunächst mit stärkeren Verlusten konfrontiert. Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen der Fed bleibt damit ein zentraler Belastungsfaktor für die Märkte.

Trump kritisiert Zinspolitik öffentlich

Präsident Trump äußerte sich unterdessen enttäuscht über die Entwicklung. In einem Beitrag auf Social Media bekräftigte er seine Forderung nach niedrigeren Zinsen. „Die Zinsen in den Vereinigten Staaten sollten bei 1% oder weniger liegen, denn wir sind der beste Kreditgeber der Welt – BY FAR“, schrieb er.

Die Spannungen zwischen der politischen Führung und der unabhängigen Notenbank verschärfen die ohnehin angespannte Lage an den Finanzmärkten. Für deutsche Anleger bleibt die Entwicklung in den USA von zentraler Bedeutung, da die US-Notenbankpolitik maßgeblichen Einfluss auf die globalen Kapitalmärkte und damit auch auf den DAX und europäische Anleihen hat.

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