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Fed hebt US-Leitzinsen an – erster Anstieg seit drei Jahren

Fed erhöht Leitzinsen trotz Trumps Widerstand – Inflation bleibt zu hoch

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Fed hebt US-Leitzinsen an – erster Anstieg seit drei Jahren

Die US-Notenbank Federal Reserve hat die Leitzinsen zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren angehoben. Der einstimmige Beschluss sieht eine Erhöhung des Zinskorridors von 3,75 bis 4,0 Prozent auf 4,0 bis 4,25 Prozent vor – und das gegen den erklärten Willen von Präsident Donald Trump, der zuvor öffentlich Zinssenkungen gefordert hatte.

Fed-Chef Kevin Warsh begründete den Schritt mit der anhaltend hohen Inflation. „Die Inflation ist zu hoch und dies schon zu lange der Fall“, sagte Warsh auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Er bezeichnete die Entscheidung als „nüchtern“ und „verantwortungsvoll“. Die letzte Zinsänderung der Fed lag im Dezember 2025 – es handelte sich damals um eine Senkung. Die letzte Erhöhung datiert auf Juli 2023.

Politische Spannungen um den Zinsentscheid

Die Entscheidung fällt in ein politisch aufgeladenes Umfeld. Präsident Trump, der Warsh ursprünglich ins Amt gebracht hatte, forderte via soziale Medien lautstark: „SENKEN SIE DIE ZINSEN FÜR DIE VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA, UND SCHNELL!“ Nach der Ankündigung äußerte Trump zwar Unterstützung für Warsh persönlich, kritisierte jedoch den Fed-Rat als „sehr feindselig“ und „sehr politisch“. „Ich verlasse mich auf Kevin, aber er hat einen sehr harten Rat“, sagte Trump gegenüber Reportern. „Ich habe mit Kevin gesprochen und gesagt: ‚Du kannst genauso gut mit dem Rat stimmen, denn es wird keinen Unterschied machen.‘“

Demokratische Abgeordnete hatten Warsh zuvor als Trumps „Sockenpuppe“ bezeichnet und erwartet, dass er den Forderungen des Präsidenten nachgeben würde. Chuck Schumer, der führende Demokrat im Senat, kritisierte den Zinsanstieg scharf: „Das wird alles teurer machen. Das liegt daran, dass Donald Trump nicht weiß, wie man die Wirtschaft managt.“

Auswirkungen auf Verbraucher und Kreditnehmer

Die Zinserhöhung hat unmittelbare Folgen für amerikanische Verbraucher. Große US-Banken wie JP Morgan, KeyCorp und BNY haben ihren Basiszinssatz (Prime Lending Rate) am Mittwoch von 6,75 auf 7,0 Prozent angehoben. Dies verteuert Kreditkarten und Konsumentenkredite. Auch Hypotheken könnten teurer werden. Ein festverzinslicher Vertrag über 30 Jahre liegt derzeit bei durchschnittlich 6,76 Prozent, ein Vertrag über 15 Jahre bei 6,09 Prozent, laut Zahlen von Freddie Mac.

Viele US-Hauseigentümer mit festverzinslichen Hypotheken sind von den Änderungen zunächst nicht betroffen. Wer jedoch eine neue Hypothek aufnehmen oder refinanzieren möchte, muss mit höheren Kosten rechnen. Höhere Zinsen machen Kredite für Privatpersonen teurer, die Darlehen, Hypotheken oder Kreditkarten nutzen wollen, können aber auch zu besseren Renditen bei Spareinlagen führen.

Inflationsbekämpfung als oberstes Ziel

Die Fed verfolgt wie viele andere Zentralbanken das Ziel, die Inflation bei zwei Prozent oder darunter zu halten. Warsh wies darauf hin, dass die US-Inflation „seit mehr als fünf Jahren“ über diesem Ziel liege. Die Erschwinglichkeit von Gütern ist zu einer der wichtigsten Sorgen der amerikanischen Wähler geworden, die seit Beginn des Krieges zwischen den USA sowie Israel und Iran einen Anstieg der Kraftstoffpreise infolge stark gestiegener Großhandelsölpreise erlebt haben.

Obwohl die Fed „keinen Einfluss auf einzelne Preise nehmen kann – weder auf Ölpreise noch auf Lebensmittel im Supermarkt“, so Warsh, könne die Zentralbank daran arbeiten, zu verhindern, dass Preiserhöhungen die gesamte Wirtschaft durchdringen. Er betonte, dass die Stärke des Arbeitsmarktes und der gesamten Volkswirtschaft es der Fed ermöglichten, sich auf die Stabilisierung der Preise zu konzentrieren. Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen würden am meisten von einer niedrigeren Inflation profitieren.

Ausblick: Weitere Zinserhöhungen erwartet

Warsh lehnte es ab, eine eigene Prognose für den weiteren Zinspfad abzugeben. Die Mehrheit seiner Kollegen im Fed-Rat geht jedoch davon aus, dass die Zinsen vor Ende dieses Jahres erneut angehoben werden – auf einen Bereich zwischen 4,0 und 4,25 Prozent. Eine kleine Mehrheit erwartet zudem, dass die Zinsen im nächsten Jahr weiter auf 4,25 bis 4,5 Prozent steigen könnten, bevor Senkungen in den Jahren 2028 und 2029 beginnen.

Die Prognose deutet darauf hin, dass die Preiserhöhungen in den kommenden Jahren nachlassen werden. Die Inflation, die zur Bewertung der Lebenshaltungskosten verwendet wird, soll bis 2029 stetig auf das Ziel der Fed sinken.

Internationaler Kontext

Die US-Notenbank ist mit ihrer Entscheidung nicht allein. Die Europäische Zentralbank hat bereits in der vergangenen Woche die Zinsen angehoben, und die Bank of England wird am Donnerstag ihre eigene Entscheidung treffen. Weltweit kämpfen Zentralbanken mit den inflationsfördernden Folgen des Iran-Krieges, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat. Zentralbanken erhöhen die Zinsen tendenziell bei hoher Inflation, um Ausgaben zu drosseln und Sparen zu fördern. Es handelt sich dabei jedoch um einen Balanceakt, da höhere Zinsen Unternehmen auch dazu bewegen können, Investitionen zurückzustellen und das Wirtschaftswachstum zu schwächen.

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