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Trump fordert Zinssätze von 1 Prozent oder weniger

Der frühere US-Präsident verlangt drastische Zinssenkungen und droht mit Handelsabbrüchen.

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Trump fordert Zinssätze von 1 Prozent oder weniger

Donald Trump hat sich erneut in die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve eingemischt. Der frühere US-Präsident und erneute Präsidentschaftskandidat forderte, die Leitzinsen sollten auf ein Prozent oder sogar darunter fallen. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fed den Leitzins in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent hält – dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Trump sprach zudem die Möglichkeit aus, den Handel mit Ländern einzustellen, die einen Handelsbilanzüberschuss mit den USA aufweisen. Diesen Schritt hatte er bereits zuvor in Erwägung gezogen, falls die Federal Reserve keine Zinssenkungen vornimmt. Die Ankündigung unterstreicht Trumps Bereitschaft, wirtschaftspolitische Druckmittel sowohl gegen Handelspartner als auch gegen die unabhängige Notenbank einzusetzen.

Handelsdefizit als zentrales Argument

In seiner Stellungnahme begründete Trump seine harte Haltung mit dem US-Handelsdefizit. „Wenn wir den Handel mit jedem Land einstellen würden, mit dem wir ein Defizit haben, was bei den meisten der Fall ist, würden wir mindestens 1,5 Billionen US-Dollar pro Jahr erwirtschaften“, schrieb er. Das Wort „Defizit“ sei nichts anderes als ein schickes Synonym für Verlust. „Wir ‚subventionieren‘ fast jedes Land der Welt, und das kann nicht länger andauern“, so Trump weiter.

Die Aussagen sind Teil einer Reihe von wirtschaftspolitischen Forderungen, die Trump im Wahlkampf immer wieder aufgreift. Eine frühere Version des Beitrags hatte fälschlicherweise angegeben, es gehe um ein Handelsdefizit. Tatsächlich bezog sich Trump auf Länder mit einem Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA.

Für deutsche Anleger und Unternehmen sind Trumps Äußerungen von besonderer Bedeutung. Sollte Trump die Präsidentschaftswahl 2024 gewinnen und seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen umsetzen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den transatlantischen Handel haben. Deutschland als Exportnation mit einem traditionell hohen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA wäre von solchen Maßnahmen direkt betroffen.

Die Forderung nach Zinssätzen von einem Prozent oder weniger würde einen radikalen Kurswechsel der Fed bedeuten. Die US-Notenbank hatte zuletzt mehrfach betont, dass sie den Kampf gegen die Inflation noch nicht für beendet halte und weitere Zinssenkungen von der Datenlage abhängig mache. Ein Eingriff in die Unabhängigkeit der Notenbank durch die Politik wäre in der modernen US-Wirtschaftsgeschichte beispiellos.

Die Märkte reagierten auf die jüngsten Äußerungen Trumps zunächst verhalten. Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die zunehmende wirtschaftspolitische Unsicherheit im Vorfeld der US-Wahl die Volatilität an den Finanzmärkten erhöhen könnte. Insbesondere exportorientierte Unternehmen und Branchen mit hoher US-Abhängigkeit sollten die Entwicklungen genau im Auge behalten.

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