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Fagron Q3-Umsatz im Einklang trotz Rückruf von Infusionsbeuteln

Der Pharma-Compoundierer bestätigt seine Jahresprognose, obwohl ein branchenweiter Rückruf das Nordamerika-Geschäft belastet.

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Fagron Q3-Umsatz im Einklang trotz Rückruf von Infusionsbeuteln

Fagron hat im dritten Quartal einen Umsatz erzielt, der den Erwartungen der Analysten entsprach. Der auf dem Euronext in Brüssel und Amsterdam gelistete Pharma-Compoundierer meldete für das zum 30. September endende Quartal einen Umsatz von 281,3 Millionen Euro. Damit traf das Unternehmen die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 281,5 Millionen Euro nahezu punktgenau.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 23,2 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus 19,5 Prozent. Getragen wurde das Wachstum vor allem von Akquisitionen sowie starken Leistungen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA), in Lateinamerika und im Geschäftsbereich North America–Pacific Brands & Essentials. Das organische Wachstum bei konstanten Wechselkursen belief sich auf 3,4 Prozent.

Nordamerika unter Druck, EMEA und Lateinamerika stark

Das Segment North America–Pacific entwickelte sich schwächer als erwartet. Der Umsatz lag bei 99,2 Millionen Euro und damit unter der durchschnittlichen Schätzung von 105,7 Millionen Euro. Das organische Wachstum bei konstanten Wechselkursen war mit -2,8 Prozent rückläufig. Als Grund nannte Fagron niedrigere Volumina in den Compounding Services, die durch branchenweite Engpässe bei der Versorgung mit Infusionsbeuteln beeinträchtigt wurden.

Das Unternehmen gab an, dass sich die Lieferlage inzwischen stabilisiert hat. Fagron erwartet, dass sich die Volumina im vierten Quartal schrittweise erholen. Im Segment Brands & Essentials in Nordamerika wuchs das Volumen organisch bei konstanten Wechselkursen um 26,1 Prozent. Getrieben wurde dieses Wachstum durch eine verbesserte Produktverfügbarkeit, neue Kunden und starke Absatzzahlen im Essentials-Bereich.

CEO Rafael Padilla zeigte sich zuversichtlich: „Wir glauben, dass North America–Pacific einen Wendepunkt erreicht hat.“

Deutlich besser lief es in den übrigen Regionen. Der Umsatz in EMEA betrug 113,1 Millionen Euro und übertraf die durchschnittliche Schätzung von 110,5 Millionen Euro. Das organische Wachstum von 13,3 Prozent in den EMEA-Compounding-Services führte Fagron auf neu gewonnene Kunden und die starke Nachfrage nach Schlüsseltherapien zurück.

In Lateinamerika erreichte der Umsatz 69,0 Millionen Euro und lag damit über der durchschnittlichen Schätzung von 65,3 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit einer erfolgreichen Consulfarma-Messe in Brasilien sowie mit Akquisitionen.

Prognose für 2026 bestätigt

Fagron bestätigte seine Umsatzprognose für 2026 in einer Bandbreite von 1,13 Milliarden bis 1,15 Milliarden Euro. Zudem wird eine bereinigte EBITDA-Marge von 19,5 bis 20 Prozent angepeilt. Diese Prognose gilt unter der Annahme, dass sich die Marktbedingungen nicht wesentlich verändern.

Das Unternehmen betonte, dass die Prognose die vorübergehenden Auswirkungen des Rückrufs auf die Compounding Services in North America–Pacific über die vergangenen zwei Quartale widerspiegelt. Die durchschnittlichen Jahresprognosen der Analysten zum Stand vom 22. September lagen bei einem Umsatz von 1,14 Milliarden Euro und einer Marge von 19,8 Prozent.

Für deutsche Anleger ist die Aktie von Fagron vor allem über die Euronext-Notierungen in Brüssel und Amsterdam handelbar. Das Unternehmen ist auf die Herstellung individualisierter Arzneimittel – sogenanntes Compounding – spezialisiert und damit in einem Nischenmarkt aktiv, der weniger konjunkturabhängig ist als klassische Pharmageschäfte.

Während des Quartals schloss Fagron die Übernahme von Injeplast in Brasilien ab. Das Unternehmen teilte mit, dass damit alle zuvor angekündigten Akquisitionen abgeschlossen sind. Für Oktober 2027 kündigte Fagron einen Capital Markets Day in Wichita, Kansas, an. Solche Investorentage nutzen Unternehmen üblicherweise, um ihre mittelfristige Strategie und Wachstumsziele vorzustellen.

Die Quartalszahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Während das Nordamerika-Geschäft unter den Folgen des Infusionsbeutel-Rückrufs litt, sorgten EMEA und Lateinamerika für solide Zuwächse. Mit der bestätigten Jahresprognose signalisiert Fagron, dass das Management die Belastungen als vorübergehend einstuft.

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