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Shanghai Allist Aktien stürzen nach gescheitertem Lungenkrebs-Test ab

US-Partner Arrivent meldet verfehlten primären Endpunkt der Phase-3-Studie FURVENT – Aktie fällt 20 Prozent.

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Shanghai Allist Aktien stürzen nach gescheitertem Lungenkrebs-Test ab

Die Aktien von Shanghai Allist Pharmaceuticals (SS: 688578) sind am Donnerstag um 20 Prozent auf das tägliche Limit gefallen. Auslöser war die Mitteilung des US-Partners Arrivent Biopharma (NASDAQ: AVBP), dass eine spätphasige Studie des Lungenkrebsmedikaments Firmonertinib seinen primären Endpunkt verfehlt hat. Die Kurse rutschten bis 05:07 Uhr GMT um 20 Prozent auf das Tageslimit bei 89,26 Yuan ab und erreichten damit ihr niedrigstes Niveau seit dem 24. Juni.

Arrivent hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Phase-3-Studie FURVENT beim progressionsfreien Überleben keine statistisch bedeutsame Verbesserung zeigte. Bewertet wurde das Ergebnis von einer unabhängigen Stelle. Untersucht wurden zuvor unbehandelte Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen.

Die Studiendaten im Detail

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug für die Dosierung von 240 mg elf Monate im Vergleich zu 9,5 Monaten bei der Chemotherapie. Daraus ergab sich ein Hazard Ratio von 0,75 bei einem p-Wert von 0,0654. Die Dosierung von 160 mg erreichte ein medianes progressionsfreies Überleben von 8,4 Monaten.

Damit wurde das statistische Signifikanzniveau verfehlt. Der p-Wert von 0,0654 liegt über der üblichen Schwelle von 0,05, ab der ein Ergebnis in klinischen Studien als statistisch bedeutsam gilt. Das Hazard Ratio von 0,75 deutet zwar auf einen numerischen Vorteil gegenüber der Chemotherapie hin, reicht für den primären Studienendpunkt jedoch nicht aus.

Das Medikament zeigte nach Angaben des Unternehmens klinische Vorteile bei einigen sekundären Messgrößen. Die Daten zur Gesamtüberlebensrate waren zum Zeitpunkt der Mitteilung noch unreif. Neue Sicherheitssignale wurden nicht identifiziert.

Bedeutung für Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Meldung ein Beispiel für das hohe Risiko, das mit Biotech- und Pharmaentwicklungen verbunden ist. Derartige Kursreaktionen von 20 Prozent an einem einzigen Handelstag sind bei chinesischen Wachstumswerten keine Seltenheit, wenn zentrale Studienergebnisse enttäuschen. Das tägliche Kurslimit von 20 Prozent an der STAR-Market-Börse in Shanghai begrenzt dabei das Ausmaß des Tagesverlusts.

Die Aktie von Shanghai Allist Pharmaceuticals notiert nach dem Kursrutsch auf dem tiefsten Stand seit dem 24. Juni. Anleger, die auf einen erfolgreichen Studienverlauf gesetzt hatten, sehen sich nun mit einer deutlich veränderten Bewertungsgrundlage konfrontiert. Wie sich die weitere Entwicklung des Medikaments und mögliche Zulassungsperspektiven gestalten, hängt von den noch ausstehenden Gesamtüberlebensdaten ab.

Der Fall unterstreicht, wie stark der Aktienkurs eines Unternehmens von einzelnen Studienergebnissen abhängen kann. Für Investoren bleibt die sorgfältige Prüfung klinischer Endpunkte und statistischer Kennzahlen wie Hazard Ratio und p-Wert daher ein zentraler Bestandteil der Analyse.

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