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Rohöl kehrt zu Vorkriegsniveau zurück – Dieselpreise bleiben Rekordhoch

Die Exporte durch die Straße von Hormus erreichen wieder das Vorkriegsniveau, doch knappe Raffinerieprodukte und Rekord-Dieselpreise belasten die Weltwirtschaft.

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Rohöl kehrt zu Vorkriegsniveau zurück – Dieselpreise bleiben Rekordhoch

Die Rohölexporte durch die Straße von Hormus haben sich auf das Niveau vor dem Krieg erholt. Das berichtet CNBC in seiner aktuellen Ausgabe des Daily Open. Laut Forschungsergebnissen von Goldman Sachs, JPMorgan und Kpler erreichten die Exporte durch die Meerenge einen Sieben-Tage-Durchschnitt von 13,5 Millionen Barrel pro Tag und entsprechen damit der Basislinie vor dem Krieg.

Doch die Entspannung an der wichtigsten Seeroute für den globalen Öltransport löst nicht alle Probleme. Das Angebot an raffinierten Produkten bleibt knapp, und die Sendungen liegen weit unter dem Durchschnitt. Die Dieselpreise an der Zapfsäule haben kürzlich Rekordhöhen erreicht. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er weiterhin ein Verbot von Dieselexporten in Betracht zieht, um die Preise zu senken.

Sowohl Brent als auch WTI notierten im frühen Handel am Donnerstag niedriger. Der Donnerstag markiert zugleich den ersten Handelstag des vierten Quartals. Die Nervosität an den Anleihemärkten lastet weiterhin auf den globalen Aktienmärkten. Futures deuten auf einen flachen Start in den Oktober-Handel hin, inmitten eines leichteren Handelstages in Asien, da China und Hongkong aufgrund von Feiertagen geschlossen waren.

Die Details

Die Renditen für US-Staatsanleihen bleiben trotz einer weicheren Inflationszahl in den USA erhöht. Die PCE-Inflation für August lag bei 3,4 Prozent. Im Gespräch mit Steve Liesman von CNBC sagte der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari: „Die Inflation ist immer noch zu hoch. . . sie ist jetzt seit mehr als fünf Jahren erhöht. Ich dachte nicht, dass die Inflationsdaten von heute diese Geschichte für mich sehr verändert hätten.“

Im Technologiesektor hat Google sein neues KI-Modell vorgestellt. Gemini 4 Argon ist das bisher fortschrittlichste Modell des Unternehmens, mit Funktionen für Coding und Cybersicherheit. Google plant, das neue Modell in Phasen einzuführen. Meta verzeichnete unterdessen seinen besten Monat seit 2022: Die Aktien kletterten im September um fast 30 Prozent, als die Anleger die Veröffentlichung seines persönlichen KI-Agenten „Muse“ feierten. Zwei Chip-Aktien stehen laut dem Bericht kurz davor, dem Club der 2-Billionen-Dollar-Tech-Giganten beizutreten.

Auch aus der Politik gibt es neue Finanzinformationen. Handelsminister Howard Lutnick meldete laut Berechnungen von CNBC aus seiner neu veröffentlichten jährlichen Finanzoffenlegung für 2025 mindestens 250 Millionen Dollar an Einkommen und anderen Erlösen im vergangenen Jahr. Ein Großteil davon stammte von den Finanzgeschäften, die er hinterlassen hatte, als er der Trump-Regierung beitrat. Der größte Teil war eine Ausschüttung in Höhe von 192 Millionen Dollar von Cantor Fitzgerald, dem globalen Finanzdienstleistungsunternehmen, das Lutnick jahrzehntelang leitete. Seine jährliche Finanzoffenlegung beschreibt die Zahlung als Steuerabführung, die im Rahmen des Ethikabkommens geregelt wurde, das er vor Amtsantritt unterzeichnet hatte. Die von CNBC vom Büro für Regierungsethik (Office of Government Ethics) erhaltenen 74-seitigen Unterlagen bieten die bislang umfassendste Übersicht über Lutnicks Finanzen während seines ersten Regierungsjahres.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngste Entwicklung ist Teil einer längeren Achterbahnfahrt an den Ölmärkten. Bereits am 12.03.2026 berichtete aktien.news, dass die Wall Street schwächer eröffnet hatte, nachdem die Ölpreise auf knapp 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen waren. Auslöser waren eskalierende Spannungen im Nahen Osten, nachdem der neue iranische Staatschef die Schließung der Straße von Hormus bekräftigt hatte. Die Entwicklung schürte Inflationsängste und zwang Händler, ihre Erwartungen an US-Zinssenkungen zu revidieren.

Am 09.04.2026 meldete aktien.news, dass sich die Ölpreise trotz eines fragilen Waffenstillstands und anhaltender Hormus-Risiken spürbar erholt hatten. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 2,18 US-Dollar oder 2,3 Prozent auf 96,93 Dollar pro Barrel, die US-Sorte West Texas Intermediate legte um 3,00 Dollar beziehungsweise 3,18 Prozent auf 97,41 Dollar pro Barrel zu. Beide Referenzsorten waren zuvor unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel gefallen.

Am 23.09.2026 berichtete aktien.news gleich zweifach über eine mögliche Entspannung. Zum einen fielen die Ölpreise zum fünften Mal in Folge – die längste Verlustserie seit Februar für WTI und die längste seit mehr als einem Jahr für Brent. Auslöser war ein überraschender diplomatischer Vorstoß zwischen den USA und dem Iran am Rande der UN-Generalversammlung, bei dem Präsident Donald Trump von einem „sehr guten“ dreistündigen Gespräch sprach. Zum anderen stellte der Iran im Rahmen eines Treffens zwischen Außenminister Abbas Araqchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff konkrete Bedingungen für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Nach Angaben staatlicher Medien war Teheran bereit, sich auf Wunsch von Witkoff speziell über die Bedingungen für die Öffnung der Meerenge zu verständigen.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger bleibt die Lage zweigeteilt. Einerseits entspannt sich die Versorgung mit Rohöl, was den Inflationsdruck an der Quelle dämpfen könnte. Andererseits bleiben die Preise für raffinierte Produkte wie Diesel hoch, und ein mögliches US-Exportverbot könnte die globalen Warenströme erneut umlenken. Die anhaltend erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen signalisieren, dass der Markt noch nicht von einer nachhaltigen Entspannung bei der Inflation ausgeht – trotz der weicheren PCE-Zahl von 3,4 Prozent.

Hinzu kommt die Unsicherheit an den Aktienmärkten zum Start des vierten Quartals. Die Nervosität am Anleihemarkt überträgt sich auf die Aktienkurse, während einzelne Technologiewerte wie Meta und die KI-Vorstöße von Google eigene Dynamiken entwickeln. Anleger sollten daher sowohl die Rohstoff- als auch die Zinsentwicklung im Blick behalten, da beide Größen die Bewertung von Aktien und Anleihen maßgeblich beeinflussen.

Ausblick

Der weitere Verlauf hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Entwicklung des Angebots an raffinierten Produkten und der Frage, ob die US-Regierung tatsächlich ein Diesel-Exportverbot verhängt. Zudem bleibt die Zinspolitik der Federal Reserve im Fokus, nachdem Kashkari klargemacht hat, dass die aktuellen Inflationsdaten seine Einschätzung nicht verändert haben. Google will sein neues KI-Modell Gemini 4 Argon in Phasen einführen, während der Markt gespannt auf die beiden Chip-Aktien blickt, die kurz vor dem Sprung in den 2-Billionen-Dollar-Club stehen.

Kurz erklärt

  • Straße von Hormus: Eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt und zentrale Seeroute für den globalen Öltransport.
  • PCE-Inflation: Ein von der US-Notenbank bevorzugtes Maß für die Preisentwicklung auf Verbraucherebene.
  • Raffinierte Produkte: Aus Rohöl gewonnene Fertigprodukte wie Diesel oder Benzin, die an der Zapfsäule verkauft werden.
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