ANZEIGE

EZB-Rat Kazaks: Zinserhöhungen bei stabiler Konjunktur wahrscheinlicher

EZB-Ratsmitglied Kazaks sieht steigende Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen bei anhaltend stabiler Wirtschaftslage.

1 Min
EZB-Rat Kazaks: Zinserhöhungen bei stabiler Konjunktur wahrscheinlicher

Die Europäische Zentralbank könnte die Zinsen auf ein Niveau anheben müssen, das die Konjunktur dämpft, um die Inflation nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Diese Einschätzung äußerte EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks am Freitag gegenüber Bloomberg Television.

Der lettische Zentralbankchef und EZB-Ratsmitglied sieht die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen steigen, falls die Konjunktur stabil bleibt. Hintergrund ist der anhaltende Energieschock, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde und sich als nachhaltiger erweist als zunächst angenommen.

Energieschock als Inflationsrisiko

Kazaks betonte, dass die EZB alles daran setzen müsse, zu verhindern, dass die hohen Öl- und Erdgaspreise auf andere Inflationsbereiche übergreifen. Dies sei eine der größten Herausforderungen für die Geldpolitik derzeit. Die Gefahr von Zweitrundeneffekten – also einer Übertragung der Energiepreisinflation auf Löhne und andere Preise – bleibt demnach hoch.

Für deutsche Anleger und Sparer bedeutet dies, dass sich der Zinserhöhungszyklus der EZB weiter fortsetzen könnte. Die Notenbank hatte zuletzt bereits mehrfach die Leitzinsen angehoben, um der hartnäckigen Inflation entgegenzuwirken. Ein konjunkturdämpfendes Zinsniveau wäre ein weiterer Schritt in dieser Strategie.

Die Aussagen von Kazaks sind besonders relevant, da er als Vertreter eines kleineren Euro-Mitgliedsstaats oft eine besonders restriktive Geldpolitik befürwortet. Seine Warnung vor einer Übertragung der Energiepreise auf andere Sektoren unterstreicht die anhaltende Unsicherheit im EZB-Rat über den weiteren Inflationsverlauf.

Die EZB steht vor der schwierigen Aufgabe, die Inflation zu bekämpfen, ohne die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone zu gefährden. Die anhaltend hohen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts erschweren diese Abwägung zusätzlich. Marktbeobachter rechnen daher mit weiteren Zinsschritten in den kommenden Monaten.

EZBZinserhöhungKazaksInflationEnergieschockIran-KriegGeldpolitikEurozone

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer