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Drei Faktoren bleiben erhebliche Risiken für Aktienmarktbewertungen

BCA Research sieht drei Risiken für Aktienbewertungen, bleibt aber konstruktiv für den S&P 500.

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Drei Faktoren bleiben erhebliche Risiken für Aktienmarktbewertungen

Die US-Aktienmärkte könnten ihren Aufwärtstrend fortsetzen, doch die Risiken für die Bewertungen nehmen zu. Analysten von BCA Research sehen drei zentrale Gefahren, die die weitere Entwicklung der Kurse bremsen könnten. Dennoch bekräftigen sie ihr konstruktives Marktbild und ein Kursziel von 8.100 Punkten für den S&P 500 zum Jahresende.

Höhere Anleiherenditen, ein schwächeres Gewinnwachstum und eine intensive Emissionstätigkeit bei Börsengängen (IPOs) bleiben erhebliche Risiken für die Bewertung der Aktienmärkte, so die Analysten. Sie argumentieren, dass diese Faktoren die weitere Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) begrenzen könnten. Der Bericht beschreibt diese Risiken als dreifache Bedrohung für die Bewertungen, weist jedoch darauf hin, dass starke Gewinne die Aktienkurse weiterhin stützen könnten.

Bewertungskompression trotz Kursgewinne

Das forward-KGV des S&P 500 ist in den vergangenen sechs Monaten von 21,5 auf 19,4 gefallen – eine historisch starke Kompression. BCA zufolge ist dieser Rückgang ungewöhnlich benign ausgefallen. Der Grund: Die Gewinnerwartungen sind schneller gestiegen als die Aktienkurse, anstatt dass das Multiple aufgrund eines signifikanten Rückgangs der Aktienkurse gesunken sei. Dies deutet darauf hin, dass die Fundamentaldaten dem Markt derzeit Halt geben, auch wenn die Bewertungen unter Druck stehen.

Anleiherenditen als größte Bewertungsbedrohung

Höhere Renditen stellen die größte Bewertungsbedrohung dar, insbesondere für hoch bewertete Aktien, deren Cashflows weiter in der Zukunft liegen. Die Renditen für US-Staatsanleihen sind gestiegen, da sich die Marktstimmung von der Preisanpassung für Zinssenkungen der Federal Reserve hin zur Erwartung von Zinserhöhungen verlagert hat. Gleichzeitig haben hartnäckige Inflation, persistente US-Defizite, steigende Unternehmensinvestitionen in Sachanlagen und politische Unsicherheit den Druck auf die Zinsen verstärkt.

BCAs Analyse ergab, dass teuer bewertete Aktien historisch gesehen besonders anfällig sind, wenn die Renditen steigen. Unter den 500 größten US-Aktien erzielte die am teuersten bewertete Gruppe annualisierte Ein-Monats-Voranrechnungserträge von lediglich 1,67 Prozent in Phasen steigender Zinsen. Zum Vergleich: Die günstigste Gruppe kam auf 6,75 Prozent. Dies unterstreicht die Anfälligkeit hoch bewerteter Wachstumswerte in einem Umfeld steigender Zinsen.

Gewinnwachstum stark, aber Verlangsamung zeichnet sich ab

Das Gewinnwachstum bleibt stark, könnte sich jedoch nach einem besonders starken Jahr 2026 abschwächen. BCA schätzt das erwartete Gewinnwachstum des S&P 500 über die nächsten zwölf Monate derzeit bei 20,3 Prozent. Die Schätzung für 2027 liegt bei 14,9 Prozent und deutet damit auf eine Verlangsamung hin. Die Analysten sagten, dass ein langsameres Wachstum von einem hohen Ausgangsniveau zwar weiterhin positive Renditen stützen könnte, den Spielraum für eine weitere Ausweitung der Multiples jedoch begrenzen würde.

IPO-Zyklus als drittes Risiko

Das dritte Risiko geht vom IPO-Zyklus aus. BCA sagte, es gebe keine systematischen Belege dafür, dass große Wellen von Börsengängen Marktspitzen zuverlässig vorauseilen. Dennoch kann eine erhöhte Emissionstätigkeit die Bewertungen belasten. Historisch gesehen haben starke Marktrenditen und die Ausweitung der Multiples die IPO-Aktivität vorverlegt, während intensive Emissionen anschließend mit schwächeren Renditen und einer KGV-Kompression verbunden waren.

Strategische Positionierung der Analysten

BCA bleibt technologischen Unternehmen übergewichtet und bevorzugt Large-Cap-Unternehmen mit realisierten Gewinnen und stabilen Cashflows. Die Analysten sehen den Bullenmarkt weiterhin intakt, betonen jedoch, dass er zunehmend gewinngetrieben werde. Dies lasse weniger Raum für eine Bewertungsverweiterung, um die Renditen zu stützen. Anleger sollten sich daher auf Unternehmen mit soliden Gewinnaussichten konzentrieren, anstatt auf eine weitere Expansion der Kurs-Gewinn-Verhältnisse zu setzen.

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