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Anthropic-IPO: Milliarden-Bewertung und die Folgen für den S&P 500

Der milliardenschwere Börsengang von Anthropic steht bevor – ein Test für die KI-Euphorie an den Märkten.

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Anthropic-IPO: Milliarden-Bewertung und die Folgen für den S&P 500

Der Börsengang von Anthropic rückt näher. Frühestens Mitte Oktober 2026 wird erwartet, dass das KI-Unternehmen an die Börse geht. Für Anleger im S&P 500 ist das ein bedeutendes Ereignis – allerdings nicht unbedingt sofort.

Die Unterstützer von Anthropic streben eine Bewertung von zwei Billionen Dollar oder mehr an. Das wäre der größte Börsengang aller Zeiten und würde SpaceX übertreffen. Doch die Aufnahme in den S&P 500 wird sich verzögern. Indexfonds, die den Leitindex abbilden, müssen grundsätzlich alle Aktien kaufen, die der S&P 500 neu aufnimmt. Anthropic wird jedoch keine Sonderbehandlung erhalten.

Der lange Weg in den S&P 500

S&P Dow Jones Indices hat am 4. Juni 2026 entschieden, die Regeln für Mega-Cap-Notierungen nicht zu lockern. Das bedeutet: Ein Unternehmen muss mindestens zwölf Monate börsennotiert sein, mindestens zehn Prozent der Aktien müssen öffentlich gehalten werden, und es müssen positive Gewinne nach den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) ausgewiesen werden. Findet der IPO wie geplant Ende 2026 statt, wäre der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Aufnahme in den S&P 500 frühestens Ende 2027.

Zum Vergleich: SpaceX wurde innerhalb weniger Wochen nach seinem IPO im Juni 2026 in den Nasdaq-100 aufgenommen. Außerhalb des S&P 500 musste das Raumfahrtunternehmen jedoch ebenfalls warten.

Anleger haben bereits indirekt Exposure

Interessant ist: Zwei der größten Unternehmen des S&P 500 halten bereits Anteile an Anthropic. Amazon meldete im ersten Quartal 2026 vorsteuerliche Gewinne in Höhe von 16,8 Milliarden Dollar aus seiner Position bei Anthropic. Auch Alphabet ist beteiligt. Ein starker Börsenstart könnte daher beiden Tech-Giganten zugutekommen – und damit auch den Anlegern, die Indexfonds auf den S&P 500 halten.

Historische IPO-Performance als Warnsignal

Laut Finanzprofessor Jay Ritter von der University of Florida betrug der durchschnittliche Gewinn am ersten Handelstag bei 9.343 US-IPOs zwischen 1980 und 2025 rund 19 Prozent. Der Schmerz kam jedoch später: IPOs von 2012 bis 2024 schnitten gemessen an ihrem ersten Schlusskurs über drei Jahre hinweg durchschnittlich 25,5 Prozent schlechter ab als der Markt.

SpaceX zeigt, wie holprig die Fahrt sein kann. Der IPO im Juni 2026 wurde mit 135 Dollar pro Aktie bepreist. Anschließend kletterte der Kurs auf 225,64 Dollar, fiel dann auf 104,83 Dollar und notierte am 16. September bei 151,10 Dollar. Ein solcher Rückgang vom Höchst- zum Tiefststand ist für Aktionäre äußerst frustrierend.

KI-Aktien dominieren den Markt – ein Risiko?

Ein weiterer wichtiger Faktor: Laut der Investmentbank Jefferies machten KI-Aktien bis Mitte Mai 2026 mehr als 80 Prozent der Gewinne des S&P 500 aus. Eine lauwarme Aufnahme des größten Börsengangs des Jahres würde ein nachlassendes Interesse an Künstlicher Intelligenz signalisieren. Indexlastige Fonds wären davon spürbar betroffen.

Der Anthropic-IPO könnte langfristig positiv für diejenigen sein, die die Aktie kaufen – sowie für alle Indizes, denen das Unternehmen letztendlich beitritt. Kurzfristig stellt der Börsengang jedoch ein Risiko für den S&P 500 dar, vor allem aufgrund dessen, was er symbolisiert: die aktuelle Stimmung gegenüber KI-Investments.

Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Weg von Anthropic in den S&P 500 langsam verlaufen wird und unterwegs einige Nerven auf die Probe stellen könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Verlangen der Finanzmärkte nach KI-Exposure ungebrochen ist oder ob sich eine Sättigung abzeichnet.

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