DAX verliert nach Rekordhoch deutlich an Boden
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der September hat für den deutschen Aktienmarkt einen verhaltenen Start hingelegt. Der DAX, der Leitindex, schloss zur Wochenmitte mit einem Minus von 0,83 Prozent bei 18.592 Punkten. Noch am Vortag hatte der DAX zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch von 18.991 Zählern erreicht, bevor er ins Minus drehte. Experten erklären diesen Rückgang mit der typischen Schwäche des Septembers, der zu den schwächsten Monaten im Börsenjahr gehört. Charttechnikexperten wie Christian Zoller von der ING sehen die aktuellen Verluste als normale Reaktion auf die überhitzten Märkte nach der August-Rally.
Auch in den USA zeigte sich ein gemischtes Bild. An der Wall Street erholte sich der Dow-Jones-Index leicht mit einem Plus von 0,21 Prozent, während der technologielastige Nasdaq 100 nach den deutlichen Verlusten des Vortages nur knapp ins Plus kam. Die Anleger konzentrieren sich auf die Veröffentlichung von Konjunkturdaten, insbesondere auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, der für Freitag erwartet wird. Dieser Bericht ist von besonderem Interesse, da der vorherige Bericht enttäuschende Zahlen lieferte und Spekulationen über mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank aufkommen ließ.
Parallel dazu wurden neue Zahlen zur US-Industrie bekannt, die im August ein überraschend starkes Auftragsplus von 5,0 Prozent verzeichnete. Dies kam nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen im Juli und Mai. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Industrie könnte die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank entscheidend beeinflussen.
An den Rohstoffmärkten setzte sich der Trend sinkender Ölpreise fort. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel um 0,22 Prozent auf 73,49 Dollar pro Barrel. Auch der Goldpreis stieg leicht an, was auf Unsicherheiten an den Aktienmärkten hindeutet. Dennoch konnte das Edelmetall nur begrenzt von den Turbulenzen profitieren.
Zu den größten Verlierern im deutschen Markt zählten die Aktien des Chipherstellers Infineon, die aufgrund schlechter Vorgaben aus den USA um über drei Prozent fielen. Auch Aixtron im MDAX musste Verluste hinnehmen. Hintergrund war der Kurssturz des Halbleiterindex SOX an der Wall Street. Nvidia, ein führendes Unternehmen im Bereich Künstliche Intelligenz, verlor allein an diesem Tag rund 280 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung.
Im Bankensektor belasteten Verkaufspläne des Staates die Aktien der Commerzbank. Die Bundesfinanzagentur plant, ihre Beteiligung an der Bank schrittweise zu reduzieren. Auch die Deutsche Bank, die Spekulationen über eine mögliche Übernahme der Commerzbank zurückwies, konnte von diesen Entwicklungen nicht profitieren.f
