DAX verliert nach Rekordhoch deutlich an Schwung
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienindex DAX verzeichnete gestern einen Rückgang, nachdem er im frühen Handel ein neues Rekordhoch erreicht hatte. Der DAX stieg zunächst auf 18.985 Punkte, verlor jedoch im Laufe des Tages an Schwung und schloss schließlich mit einem Minus von 0,97 Prozent bei 18.747,11 Punkten. Auch der MDAX, der die mittelgroßen Börsenunternehmen abbildet, fiel um 0,92 Prozent auf 25.405,46 Punkte. Belastend wirkten dabei insbesondere enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA, die die Stimmung der Anleger trübten.
Die Konjunkturdaten aus den USA gaben den Aktienmärkten weltweit einen Dämpfer. Der Index zur Stimmung in der US-Industrie stieg im August nur geringfügig um 0,4 Punkte, blieb aber weiterhin unter der wichtigen Wachstumsschwelle. Diese schwachen Daten wurden an den New Yorker Börsen negativ aufgenommen, wo die Kurse bereits nach dem langen Wochenende schwach gestartet waren. Der Dow Jones Industrial sank um 1,14 Prozent auf 41.090 Punkte, nachdem er am Freitag noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Auch der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 gaben nach und verzeichneten Verluste von 1,50 Prozent beziehungsweise 2,21 Prozent.
Die Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden monatlichen US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. Marktbeobachter erwarten, dass dieser Bericht entscheidend für die zukünftige Zinspolitik der US-Notenbank sein könnte. Analysten gehen davon aus, dass schwache Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an eine Zinssenkung durch die Fed weiter befeuern könnten. Eine Enttäuschung könnte jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Märkte haben, was die Nervosität der Anleger zusätzlich verstärkt.
Der Autobauer Volkswagen hat heute angekündigt, im Rahmen seines Sparprogramms mögliche Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht länger auszuschließen. Die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, die solche Kündigungen bis 2029 ausgeschlossen hatte, wird aufgekündigt. Auch bei der VW-Tochter Audi könnten Werksschließungen anstehen, da das Werk in Brüssel möglicherweise geschlossen wird. Diese Entwicklungen stoßen bei Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften auf scharfe Kritik.
Die Ölpreise gaben gestern deutlich nach, was unter anderem auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China zurückgeführt wird. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 2,56 Dollar auf 74,77 Dollar, während der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 2,69 Dollar auf 71,35 Dollar fiel. Auch geopolitische Unsicherheiten und die Spekulationen über die nächsten Schritte des Ölkartells OPEC+ tragen zur Unsicherheit an den Märkten bei.
Der Euro geriet ebenfalls unter Druck und sank nach den schwachen US-Konjunkturdaten auf 1,1039 US-Dollar. Am Morgen notierte die europäische Gemeinschaftswährung noch etwas höher, bevor sie im Tagesverlauf nachgab. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1035 Dollar fest, was einem Wert von 0,9062 Euro entspricht.
