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DAX erreicht neues Allzeithoch dank Zinshoffnungen

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DAX erreicht neues Allzeithoch dank Zinshoffnungen

Der DAX hat gestern einen neuen Rekord erreicht und seine jüngste Erfolgsserie fortgesetzt. Der deutsche Leitindex kletterte am Vormittag auf ein Allzeithoch von 18.936 Punkten, bevor er den Handel mit einem Schlussstand von 18.912 Punkten beendete, was einem Tagesgewinn von 0,69 Prozent entspricht. Dies stellt eine Fortsetzung der zinsgetriebenen Aufwärtsbewegung dar, die den Index in den letzten Wochen um insgesamt elf Prozent nach oben geführt hat. Die vorherige Bestmarke vom Mai dieses Jahres lag bei 18.893 Punkten. Auch der MDAX, der Index für mittelgroße Unternehmen, verzeichnete einen Anstieg von 1,17 Prozent auf 25.508 Punkte.

Die positive Entwicklung wurde durch neue Inflationsdaten beflügelt. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im August um 1,9 Prozent und blieben damit erstmals seit 2021 unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Diese Zahlen erhöhen den Druck auf die EZB, die Zinsen weiter zu senken, was Aktien gegenüber Rentenpapieren attraktiver macht. Für Unternehmen bedeutet dies niedrigere Refinanzierungskosten. Allerdings warnt der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, vor möglichen zukünftigen Inflationssteigerungen, die absehbar gegen Ende des Jahres wieder auftreten könnten.

Auch an der Wall Street dominieren die Zinserwartungen das Marktgeschehen. Die Technologiewerte setzten ihren Aufwärtstrend fort, was zu einem Anstieg der Nasdaq um 1,1 Prozent führte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte ebenfalls um 0,8 Prozent zu, während der Dow Jones nach einem zögerlichen Start um 0,75 Prozent zulegte. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen die jüngsten Geschäftszahlen des US-Chipherstellers Nvidia, die zwar eine Verdopplung des Umsatzes und Gewinns verzeichneten, aber dennoch zu einem leichten Rückgang der Aktie führten. Experten führen dies auf die extrem hohen Erwartungen der Anleger zurück, die trotz der beeindruckenden Zahlen nicht erfüllt wurden.

Die Ölpreise zeigten sich am Nachmittag ebenfalls stabil und verzeichneten leichte Zugewinne. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 78,65 Dollar, während der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate um zwei Prozent auf 75,98 Dollar anstieg. Trotz dieser Entwicklung wird für den August insgesamt ein leichter Rückgang der Ölpreise erwartet, was auf anhaltende Sorgen über die Nachfrage aus China zurückzuführen ist.

Auch der Euro geriet unter Druck und fiel im europäischen Handel auf ein Tagestief von 1,1073 Dollar, nachdem Spekulationen über weitere Zinssenkungen in der Eurozone aufgekommen waren. Trotz dieses Rückgangs bleibt der Euro im Vergleich zum Dollar weiterhin auf einem relativ hohen Niveau, nachdem er seit April um knapp fünf Prozent aufgewertet hat. Die Europäische Zentralbank hatte im Juni die Zinsen gesenkt, was dem Euro einen Auftrieb verliehen hatte, doch könnten die jüngsten Entwicklungen diesen Vorteil wieder schrumpfen lassen.

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