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Commerzbank-Übernahme: Klingbeil stellt UniCredit klare Bedingungen

Finanzminister Klingbeil stellt klare Forderungen an UniCredit-Chef Orcel für die Commerzbank-Übernahme.

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Commerzbank-Übernahme: Klingbeil stellt UniCredit klare Bedingungen

Die Bundesregierung hat im Ringen um die Zukunft der Commerzbank erstmals direkt mit UniCredit-Chef Andrea Orcel verhandelt. Finanzminister Lars Klingbeil zog dabei klare rote Linien für eine mögliche Übernahme durch die italienische Großbank.

„Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt – sowohl in Deutschland als auch international“, sagte Klingbeil am Montag nach dem Vier-Augen-Gespräch in Berlin. Der SPD-Chef bezeichnete die Unterredung als konstruktiv. „Die weiteren Verhandlungen müssen verantwortungsbewusst geführt werden.“ Die Regierung habe die Interessen der mehr als 40.000 Mitarbeiter der Commerzbank im Blick.

Lange hatte sich die Bundesregierung gegen ein solches Treffen gesträubt. Das Vorgehen der Mailänder galt als aggressiv und feindlich. Doch mittlerweile kontrolliert UniCredit rund 50 Prozent der Commerzbank-Anteile – eine Übernahme ist faktisch nicht mehr aufzuhalten. Der Bund hält nach den jüngsten Veränderungen noch 13,3 Prozent und ist damit zweitgrößter Aktionär. Der Regierung kommt daher eine entscheidende Rolle zu.

Die Position der Bundesregierung

Das Treffen im Bundesfinanzministerium war sorgfältig vorbereitet. Klingbeil hatte sich zuvor mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sowie Betriebsratschef Sascha Uebel abgestimmt. Ziel war es, Orcel die Position der Bundesregierung unmissverständlich darzulegen.

Im Kern geht es um mehrere Forderungen: Die Interessen der Beschäftigten müssten ausreichend berücksichtigt werden. Die fusionierte Bank müsse in ihren Strukturen die Bedeutung des deutschen Marktes widerspiegeln – dem dann größten in der gesamten UniCredit-Gruppe. Die Commerzbank müsse ihre wichtige Rolle für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands weiter erfüllen können. Zudem will der Bund weiterhin zwei Vertreter im Aufsichtsrat stellen.

Orcel zeigte sich nach dem Gespräch versöhnlich. „Wir hatten ein gutes und konstruktives erstes Gespräch, dem rasch weitere folgen werden“, erklärte der Italiener. Man müsse dieses erste Gespräch nun „reflektieren, damit wir einen Weg finden können, der den Interessen aller Stakeholder und Anteilseigner bestmöglich gerecht wird“.

Neue Phase der Verhandlungen

Ein Sprecher des Finanzministeriums betonte, beide Banken befänden sich in einer neuen Phase. „Es wird jetzt konkret über eine Transaktion verhandelt, also ein Zusammengehen. Das heißt, da geht es jetzt gerade nicht nur um eine feindliche Übernahme, sondern darum, den besten Weg für beide Banken zu finden.“ Die Institute müssten diese Verhandlungen nun führen.

Die staatliche Beteiligung an der Commerzbank ist ein Überbleibsel aus der Rettung während der globalen Finanzkrise vor fast 20 Jahren. Insidern zufolge will die Bundesregierung auf ein schriftliches Abkommen beider Banken pochen. Betriebsbedingte Kündigungen will der Bund unbedingt verhindern. Die Gewerkschaften fürchten einen Kahlschlag – ähnlich wie einst bei der Übernahme der Münchner HypoVereinsbank durch UniCredit.

Sorge vor Stellenabbau und Milliardeneinsparungen

Orcel selbst sieht bei einer Übernahme der Commerzbank erhebliches Potenzial für Milliardeneinsparungen, inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Zudem will er das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Für die Beschäftigten und den Standort Frankfurt stehen damit weitreichende Veränderungen an.

Was aus der restlichen Beteiligung des Bundes wird, blieb zuletzt offen. Ein Ausstieg kann erfolgen, sobald die Commerzbank „stabilisiert“ ist. Die Bundesregierung war bereits im September 2024 der Auffassung, dass die Commerzbank so weit sei, dass Schritt für Schritt der Ausstieg vollzogen werden könne. Damals war bei einem ersten Verkauf von Anteilen überraschend die UniCredit eingestiegen und hatte den Übernahmekampf eröffnet.

Für Anleger bleibt die Situation spannend: Die Commerzbank-Aktie dürfte von den Übernahmespekulationen weiter getrieben werden. Entscheidend wird sein, ob sich Bund und UniCredit auf einen für beide Seiten akzeptablen Weg einigen können – und zu welchen Konditionen die Italiener am Ende die Mehrheit übernehmen.

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