China und EU sollen Handelskonflikt vermeiden, fordert Peking
Pekings oberster Diplomat Wang Yi warnt vor einem Handelskrieg zwischen China und der EU.

China und die Europäische Union sollten einen Weg finden, einer Konfrontation im Handel aus dem Weg zu gehen. Das sagte der chinesische Außenminister Wang Yi in einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul. Die Erklärung wurde am späten Montagabend aus Peking gemeldet, wie Bloomberg Terminal berichtete.
„China und die Europäische Union sind umfassende strategische Partner, und zwischen ihnen sollte kein Handelskrieg geführt werden“, so Wang Yi wörtlich in dem Telefonat. Die Aussage fällt vor dem Hintergrund eines nahenden Termins für die Lösung der bestehenden Differenzen zwischen beiden Seiten.
Hintergrund der diplomatischen Initiative
Die Äußerungen des chinesischen Chefdiplomaten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Handelsbeziehungen zwischen China und der EU zunehmend unter Druck geraten. Bereits seit Monaten schwelt ein Konflikt über Zölle, Marktzugang und Subventionspraktiken. Die EU-Kommission hatte zuletzt Untersuchungen zu chinesischen Subventionen im Bereich der Elektroautos eingeleitet, was in Peking auf scharfe Kritik stieß.
Wang Yi betonte in dem Gespräch mit Wadephul die Bedeutung der strategischen Partnerschaft. Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die Bundesregierung hat sich wiederholt für eine diplomatische Lösung der Handelsstreitigkeiten ausgesprochen und vor einer Eskalation gewarnt.
Auswirkungen für deutsche Unternehmen
Für deutsche Unternehmen ist die Entwicklung von großer Bedeutung. China ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands außerhalb Europas. Deutsche Autobauer, Maschinenbauer und Chemiekonzerne sind stark vom chinesischen Markt abhängig. Ein Handelskrieg zwischen China und der EU würde deutsche Exporteure besonders hart treffen.
Die deutsche Industrie hatte zuletzt mehrfach vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt und auf Verhandlungslösungen gedrängt. Der Appell aus Peking könnte nun als Signal für eine Entspannung gewertet werden.
Ausblick
Ob die diplomatischen Bemühungen tatsächlich zu einer Deeskalation führen, bleibt abzuwarten. Der nahende Termin für die Lösung der Differenzen setzt beide Seiten unter Zugzwang. Analysten beobachten die Entwicklung genau, denn ein offener Handelskrieg zwischen China und der EU hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsordnung.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Worte aus Peking in konkrete politische Schritte münden. Wang Yi machte deutlich, dass China an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert ist – eine Botschaft, die in Brüssel und Berlin aufmerksam registriert wird.
