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China importiert Rekordmenge Gold für 158,8 Milliarden Dollar

Zentralbank und Privatanleger kaufen massiv Gold als Schutz vor geopolitischen Risiken.

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China importiert Rekordmenge Gold für 158,8 Milliarden Dollar

China hat in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres eine Rekordsumme von 158,8 Milliarden US-Dollar für den Import von mehr als 1.000 Tonnen Gold ausgegeben. Das geht aus aktuellen Handelsdaten hervor, die die Financial Times ausgewertet hat. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stockt ihre Goldreserven damit in einem Tempo auf, das alle bisherigen Rekorde übertrifft.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 gab China 96,5 Milliarden US-Dollar für 886 Tonnen Gold aus. Der diesjährige Anstieg erfolgte, nachdem die Goldkäufe Chinas im vergangenen Jahr während einer intensiven Rallye zwischenzeitlich zurückgegangen waren. Die Barrenpreise stiegen von etwa 2.625 US-Dollar pro Feinunze zu Beginn des Jahres 2025 auf einen Höchststand von 5.595 US-Dollar im Januar 2026.

Die Details

Die chinesischen Goldimporte werden von zwei Seiten getrieben: der Zentralbank des Landes und privaten Investoren. Laut dem World Gold Council ist China zudem der größte Produzent von Barrengold weltweit. Die Gesamtfördermenge des Landes lag im Vorjahr bei 384 Tonnen.

Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass chinesische Investoren ihre Goldkäufe im Rahmen breiterer Bemühungen zur Diversifizierung ihrer Vermögenswerte erhöhen. Die chinesischen Bestände an US-Staatsanleihen sanken im Juli auf 618 Milliarden US-Dollar – das niedrigste Niveau seit August 2008. Bereits am 17. September 2026 berichtete aktien.news, dass China seine US-Staatsanleihen auf den tiefsten Stand seit 2008 reduziert hat. Zum Vergleich: Auf ihrem Höhepunkt im November 2013 hielt China noch mehr als 1,3 Billionen US-Dollar an US-Staatsanleihen.

"Sowohl die Zentralbank als auch private Investoren diversifizieren ihre Reserven und Ersparnisse hin zu einem Vermögenswert ohne Gegenparteirisiko, als Teil einer umfassenden langfristigen Strategie zur Vermögenssicherung", sagte Lisa Liu, Managing Director bei Gold Mountains Asset Management, einem Teil der Zijin Mining Group – Chinas größtem Goldbergbauunternehmen.

Inländische Anlagemöglichkeiten in China sind seit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes im Jahr 2021 eingeschränkter geworden. Der Leitindex CSI 300 liegt im Jahresverlauf bei minus 1,8 Prozent und befindet sich immer noch mehr als ein Fünftel unter seinem Höchststand Anfang 2021. Gleichzeitig liegen die Renditen chinesischer Staatsanleihen nahe am Rekordtief.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 21. Januar 2026 berichtete aktien.news, dass der Goldpreis die historische Marke von 4.800 US-Dollar je Feinunze durchbrochen hatte. Die anhaltende Rallye des Edelmetalls wurde damals von geopolitischen Spannungen und der Flucht der Anleger in sichere Häfen befeuert. Experten der London Bullion Market Association prognostizierten für 2026 einen Anstieg über 5.000 US-Dollar.

Am 26. März 2026 berichtete aktien.news, dass der Goldpreis unter Druck geraten war und der Status des Edelmetalls als sicherer Hafen zeitweise ins Wanken geriet. Die Financial Times beleuchtete damals das Phänomen, dass Gold in Phasen erhöhter Unsicherheit nicht mehr automatisch zulegt. In einem Umfeld steigender Zinsen verliert das zinslose Edelmetall an Attraktivität gegenüber festverzinslichen Anlagen wie Staatsanleihen.

Was das für Anleger bedeutet

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Goldkäufe chinesischer Akteure kein kurzfristiges Phänomen sind. "Dies ist kein kurzfristiger Trade, sondern eine mehrjährige Neupositionierung von Privatvermögen und staatlichen Assets", sagte Liu von Gold Mountains Asset Management. "Das Ausmaß und die Persistenz der chinesischen Käufe sind nun ein Kernfaktor für die globalen Goldpreise, und wir erwarten, dass dies so lange anhält, wie die Unsicherheit bezüglich des Wachstums und der Geopolitik besteht."

Gold wird zu einer Zeit zu einem zunehmend wichtigen Diversifikator für globale Investoren, wenn Staatsanleihen nicht mehr invers zu Aktienmärkten reagieren. Christopher Hamilton, Leiter der Kundenlösungen für den asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) bei Invesco, sagte, dass Goldpreise aufgehört hätten, sich wie in Perioden steigender Realzinsen zu verhalten, was in der Vergangenheit dazu geführt habe, dass Goldpreise fielen. "Sie befinden sich in einem Umfeld, in dem Sie reale Vermögenswerte besitzen möchten", sagte er.

Institutionelle Käufe seien weiterhin der bedeutendste Treiber des Goldpreises, so Hamilton. Nach Einschätzung von Analysten der Goldman Sachs kauft die Volksbank von China mehr Gold, als ihre offiziellen Angaben vermuten lassen. In einem Bericht zu Beginn dieses Monats schätzten sie, dass die chinesische Zentralbank im Juli 35 Tonnen Gold kaufte – deutlich höher als der offiziell genannte Betrag von 20 Tonnen.

Ausblick

Chinas Goldkäufe erfolgen zu einer Zeit wachsender Nachfrage von souveränen Staaten, Barren näher an die eigentlichen Eigentümer des Metalls zu bringen. Im vergangenen Monat verlegte die niederländische Regierung einen Teil ihrer Goldreserven von New York nach London. Analysten der Goldman Sachs gehen davon aus, dass die chinesische Zentralbank weiterhin mehr Gold kauft, als sie offiziell ausweist. Solange die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftswachstums und der geopolitischen Lage anhält, dürfte die Nachfrage aus China ein zentraler Faktor für die globalen Goldpreise bleiben.

Kurz erklärt

  • Gold ohne Gegenparteirisiko: Ein Vermögenswert, dessen Wert nicht von der Zahlungsfähigkeit eines anderen Schuldners abhängt – im Gegensatz zu Anleihen oder Bankguthaben.
  • Feinunze: Die internationale Standard-Maßeinheit für Edelmetalle, die für die Preisnotierung von Gold an den Weltmärkten verwendet wird.
  • CSI 300: Der wichtigste chinesische Aktienindex, der die 300 größten an den Börsen Shanghai und Shenzhen notierten Unternehmen umfasst.
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