Jaguar Mining startet neues Bohrprogramm in der Turmalina-Mine
Neues Bohrprogramm zielt auf hochgradige Goldzonen in der Turmalina-Mine

Jaguar Mining hat ein neues untertägiges Diamantbohrprogramm in seiner Mine Turmalina im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gestartet. Das Programm zielt auf zwei vielversprechende Wachstumschancen ab: die Tiefenerweiterung des Faina-Erzkörpers sowie die bislang nie systematisch erkundete A/SE2-Linse im oberen Bereich des Erzkörpers A. Für die Erschließung dieser Zone investiert das Unternehmen in einen 80 Meter langen unterirdischen Explorationsquerschlag, dessen Fertigstellung für Anfang Oktober 2026 erwartet wird.
Das kanadische Junior-Bergbauunternehmen treibt damit seine Explorationsstrategie in der traditionsreichen Goldminenregion Iron Quadrangle voran. Insgesamt sind 20 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von rund 2.380 Metern geplant. Die ersten sieben Bohrlöcher mit insgesamt 2.024 Metern Länge wurden bereits im Bereich der Faina-Tiefenerweiterung abgeschlossen. Die Kernprotokollierung und -probenahme laufen, die Ergebnisse sollen zeitnah veröffentlicht werden.
Die Details
Das Bohrprogramm konzentriert sich auf zwei geologische Zielgebiete innerhalb der operativen Untertagemine Turmalina. Bei der Faina-Tiefenerweiterung testet das Unternehmen die Ausdehnung des bekannten Erzkörpers bis auf das Niveau 640 Meter. Die sieben bereits abgeschlossenen Bohrlöcher markieren die erste Phase eines mehrstufigen Bohrprogramms, das mehrere Erzkörper in der Mine abdecken soll.
Das zweite und aus Sicht des Unternehmens besonders vielversprechende Ziel ist die A/SE2-Linse. Dabei handelt es sich um die hangende Kontinuität des Erzkörpers A über den Intervall zwischen den Höhen +640 Meter und +400 Meter (Meeresspiegel). Das Feld erstreckt sich über rund 105 Meter entlang der Streichrichtung und 285 Meter im Hangenden. Um diese Zone zu erreichen, erschließt Jaguar Mining einen dedizierten 80 Meter langen unterirdischen Explorationsquerschlag, der als Bohrplattform dient.
Die geplante Kampagne umfasst 20 Bohrlöcher mit einem regelmäßigen Raster von etwa 50 mal 50 Metern zwischen den Durchschlagspunkten. Von der begrenzten Anzahl historischer Diamantbohrungen, die das Zielgebiet durchschnitten, lieferten mehrere positive Goldergebnisse. Der Großteil des Feldes blieb jedoch bislang ungebohrt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Mine Turmalina ist Teil des MTL-Komplexes von Jaguar Mining im Iron Quadrangle von Minas Gerais. Das zu bohrende Gebiet liegt zwischen den Minenniveaus A1 und A3, die in den frühen Phasen des Turmalina-Betriebs erschlossen wurden. Das Niveau A400 war das erste Niveau, das innerhalb der SE2-Linse entwickelt und abgebaut wurde. Vom obersten Teilniveau abwärts wurde die Linse jedoch nicht ausreichend gebohrt und blieb fast vollständig ungetestet. Ihre Kontinuität wurde nie bestätigt, und die Linse wurde weder vollständig erschlossen noch abgebaut.
Der Erzkörper A ist gekennzeichnet durch hochgradige Goldmineralisation mit einer starken historischen metallurgischen Performance. Über alle bisher verarbeiteten Erze lag die durchschnittliche Goldausbeute bei rund 88,20 Prozent. Diese konsistente Performance unterstreicht nach Einschätzung des Unternehmens die wirtschaftliche Relevanz der Bestätigung weiterer mineralisierter Kontinuitäten entlang der SE2-Hangenderweiterung.
Die Mineralisation tritt in Biotit-Schiefern auf, die einer mittel- bis hochgradigen Metamorphose bei Temperaturen von rund 650 Grad Celsius unterzogen wurden. Die primäre Erzassoziation besteht aus Arsenopyrit, Löllingit, Pyrrhotin, Pyrit und Gold.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger bietet das Bohrprogramm eine interessante Perspektive: Jaguar Mining testet eine Zone, die direkt innerhalb der bestehenden operativen Untertagemine liegt und über die vorhandene Infrastruktur zugänglich ist. Sollten die Bohrungen die Mineralisation bestätigen, könnte das Unternehmen neue Goldunzen erschließen, ohne in großflächige neue Infrastruktur investieren zu müssen.
Armando José Massucatto, General Manager Exploration bei Jaguar Mining, kommentierte: "Dieses neue Bohrprogramm zielt auf eine der vielversprechendsten und am wenigsten erforschten Zonen innerhalb der Mine Turmalina ab, die A/SE2-Linse, welche die obere Erweiterung des Erzkörpers A darstellt. Angesichts der konsistent hochgradigen Mineralisation und der starken metallurgischen Ausbeuten, die bereits anderswo im Erzkörper A nachgewiesen wurden, sehen wir ein erhebliches Potenzial, neue Unzen aus unserer bestehenden unterirdischen Infrastruktur hinzuzufügen."
Das Unternehmen ist in Brasilien tätig und betreibt drei Goldbergbaukomplexe. Die wichtigsten Betriebsanlagen befinden sich im Iron Quadrangle im Bundesstaat Minas Gerais und umfassen den MTL-Komplex mit der Turmalina-Mine sowie den Caeté-Komplex mit den Minen Pilar und Roça Grande. Die Mine Roça Grande befindet sich seit April 2019 in vorübergehender Wartung. Zudem besitzt Jaguar Mining den Paciência-Komplex mit der Santa Isabel-Mine, die seit 2012 in Wartung war und nun Entwicklungsarbeiten durchführt, um Anfang 2027 wieder aufgenommen zu werden.
Ausblick
Die Fertigstellung des 80 Meter langen Explorationsquerschlags wird für Anfang Oktober 2026 erwartet. Von dort aus sollen die Bohrungen zur A/SE2-Linse niedergebracht werden. Die Analysenergebnisse der bereits abgeschlossenen Faina-Bohrungen werden zeitnah veröffentlicht. Falls die Bohrungen die Mineralisation bestätigen, stellt dies nach Einschätzung des Unternehmens eine bedeutende, weitgehend unerforschte Chance dar, die sich direkt innerhalb der bestehenden Mine befindet.
Kurz erklärt
- Diamantbohrung: Ein Bohrverfahren, bei dem ein diamantbesetzter Bohrkopf Gesteinsproben in Form von Bohrkernen entnimmt, die anschließend auf ihren Mineralgehalt analysiert werden.
- Erzkörper: Eine natürliche Ansammlung von mineralisiertem Gestein, das in ausreichender Menge und Qualität vorkommt, um wirtschaftlich abgebaut werden zu können.
- Hangendes: Das Gestein, das über einer geologischen Schicht oder einem Erzkörper liegt; die hangende Kontinuität beschreibt die Ausdehnung der Mineralisation in diese Richtung.
