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CEO des US-Modeverbands tritt nach Handgemenge mit Demonstranten zurück

Steven Kolb tritt nach Festnahme von Tierschutzaktivisten bei Modenschau zurück

3 Min
CEO des US-Modeverbands tritt nach Handgemenge mit Demonstranten zurück

Steven Kolb, langjähriger CEO des Council of Fashion Designers of America (CFDA), ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Schritt erfolgt nur wenige Tage, nachdem er bei einer Modenschau der New York Fashion Week Tierschutzaktivisten körperlich festgehalten hatte. Die Bilder der Auseinandersetzung gingen viral und lösten eine breite öffentliche Debatte aus.

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonntag während einer Laufstegshow des H&M-eigenen Labels COS. Nach Angaben von Reuters und Videos, die online weit verbreitet wurden, hielt Kolb mindestens zwei Aktivisten fest, die gegen die Verwendung von Wolle durch das Modelabel protestierten. Dabei presste er eine Demonstrantin zu Boden und bedeckte ihren Mund mit der Hand.

Rücktritt nach zwanzig Jahren an der Spitze

In einem Beitrag auf seiner Substack-Plattform erklärte Kolb: „Nach zwanzig Jahren an der Spitze des CFDA habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, als CEO und Präsident zurückzutreten.“ Der CFDA ist die führende US-Handelsgruppe der Modeindustrie und Veranstalter der New York Fashion Week. Erst am Dienstag hatte das Gremium bekannt gegeben, dass Kolb bis zum Abschluss einer vollständigen Prüfung durch den Vorstand beurlaubt sei. Zuvor hatte der Verband erklärt, Kolb trete freiwillig in den Ruhestand.

Kolb selbst entschuldigte sich bereits am Montag für sein Verhalten. „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, eine andere Person körperlich zu fesseln“, räumte er ein. „Die Sicherheitskräfte hätten die Situation regeln müssen, und ich hätte zurücktreten sollen.“ Die Entschuldigung kam jedoch zu spät, um die Wogen zu glätten.

Scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen

Die Organisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA), die den Protest organisiert hatte, verurteilte Kolbs Handeln scharf. In einer Stellungnahme vom Sonntag erklärte PETA, dass Kolbs Vorgehen zeige, „wie hochrangige Personen in der Mode Gewalt einsetzen, um Menschen, die sich für Tierschutz einsetzen, zum Schweigen zu bringen“. Die Organisation kündigte an, dass Kolb ein Treffen mit PETA geplant habe – ob dieses nach dem Rücktritt noch stattfindet, ist unklar.

Der CFDA-Vorstand, der von Designer Thom Browne angeführt wird und unter anderem mit Branchengrößen wie Vera Wang, Ralph Lauren und Michael Kors besetzt ist, reagierte diplomatisch. In einem Instagram-Beitrag erklärte der Vorstand, dass man Kolbs Entscheidung zum Rücktritt respektiere und ihm für seine langjährigen Verdienste danke. Einen Nachfolger hat der CFDA bislang nicht benannt.

Hintergrund: Ein jahrzehntelanger Karriereweg endet im Skandal

Steven Kolb stand zwanzig Jahre lang an der Spitze des CFDA und prägte in dieser Zeit maßgeblich die Entwicklung der amerikanischen Modeindustrie. Unter seiner Führung etablierte sich die New York Fashion Week als eines der wichtigsten Branchenevents weltweit. Der Vorfall bei der COS-Modenschau überschattet nun dieses Vermächtnis. Die Konfrontation zwischen einem hochrangigen Modefunktionär und Tierschutzaktivisten wirft zudem ein Schlaglicht auf die zunehmenden Spannungen zwischen der Modebranche und Tierrechtsorganisationen. Die Verwendung von Wolle, Leder und anderen tierischen Materialien steht dabei immer häufiger im Zentrum von Protesten.

Für den CFDA steht nun die schwierige Aufgabe an, einen Nachfolger zu finden, der das angeschlagene Image des Verbands wiederherstellen kann. Die Branche beobachtet die Entwicklung mit Spannung – der Vorfall hat gezeigt, wie schnell ein langjährig aufgebauter Ruf durch einen einzigen unbedachten Moment beschädigt werden kann.

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