Britische Inflation bleibt im Februar bei 3,0 Prozent stabil
Die Teuerungsrate in Großbritannien verharrt auf Jahressicht bei 3,0 Prozent – dem niedrigsten Stand seit März 2025.

Die britische Inflation hat sich im Februar 2026 bei 3,0 Prozent gehalten und damit die Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen exakt erfüllt. Der Wert markiert zugleich den tiefsten Stand seit März 2025. Für die Bank of England (BoE) bleibt die Lage dennoch angespannt – und dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen.
Noch vor dem US-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar hatte die BoE prognostiziert, die Inflation werde im April nahe an ihr Ziel von 2,0 Prozent sinken. Ausschlaggebend dafür wären Änderungen bei den regulierten Energiekosten für private Haushalte gewesen. Diese Prognose hat die Zentralbank inzwischen deutlich revidiert: Sie rechnet nun mit einem Anstieg auf 3,5 Prozent bis zur Jahresmitte.
Preisdruck aus mehreren Richtungen
Die Herausforderungen für die BoE häufen sich. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage zeigte, dass die Inflationserwartungen in der britischen Bevölkerung sprunghaft gestiegen sind – ein Signal, das Notenbanken besonders aufmerksam beobachten, da es die Inflation selbst befeuern kann.
Hinzu kommen strukturelle Kostentreiber: Hersteller meldeten zuletzt den stärksten Kostenanstieg seit 1992, der sich bald in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen könnte. Zudem laufen die aktuellen Energiepreisdeckel für Haushalte im Juli aus, was eine weitere Belastungswelle auslösen dürfte.
Zinserhöhungen oder Pause? Märkte und BoE uneins
Die Finanzmärkte preisen derzeit fast drei Zinsschritte der BoE von je 0,25 Prozentpunkten für das laufende Jahr ein. Viele Ökonomen sind jedoch skeptischer: Sie glauben, dass die Zentralbank angesichts des Wachstumsgegenwinds durch höhere Energiekosten die Zinsen vorerst unverändert lassen wird.
Governor Andrew Bailey dämpfte in der vergangenen Woche die Erwartungen an klare geldpolitische Signale. Er riet ausdrücklich davon ab, fest auf Zinserhöhungen der BoE zu wetten. Die Zentralbank steht damit vor einem klassischen Dilemma: steigende Inflation einerseits, schwächelndes Wachstum andererseits.
