US-Importpreise steigen im Februar so stark wie seit 2022 nicht
Der stärkste Anstieg seit fast vier Jahren überraschte Ökonomen deutlich – Krieg und Zölle treiben die Inflation weiter an.

Die US-Importpreise sind im Februar 2026 um 1,3 Prozent gestiegen – der stärkste monatliche Zuwachs seit März 2022. Das Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums meldete am Mittwoch damit einen Anstieg, der die Prognosen der von Reuters befragten Ökonomen mit 0,5 Prozent deutlich übertraf. Auch der Januar-Wert wurde nach oben auf 0,6 Prozent korrigiert, nachdem zunächst nur ein Plus von 0,2 Prozent gemeldet worden war.
Im Jahresvergleich legten die Importpreise ebenfalls um 1,3 Prozent zu – der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2025. Im Januar hatte das Jahresplus noch bei 0,3 Prozent gelegen. Wichtig für die Einordnung: Die Importpreisstatistik enthält keine Zölle, die separate Belastungen für Unternehmen und Verbraucher darstellen.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei importierten Brennstoffen, die sich im Februar um 3,8 Prozent verteuerten – nach einem Rückgang von 1,2 Prozent im Januar. Als wesentlicher Treiber gilt der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar die Ölpreise um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben hat.
Mehrere Preistreiber belasten gleichzeitig
Die Importpreisdaten reihen sich in eine Serie beunruhigender Inflationssignale ein. Bereits vergangene Woche hatte die US-Regierung gemeldet, dass die Erzeugerpreise im Februar so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr gestiegen sind – angetrieben durch breite Zuwächse bei Dienstleistungen und Waren.
Eine aktuelle S&P-Global-Umfrage vom Dienstag zeigt zudem, dass Unternehmen im März mehr für Vorleistungen zahlen und höhere Preise an Kunden weitergeben. Als Hauptursachen nennen sie steigende Energiekosten sowie Lieferkettenstörungen. Auch Düngemittelpreise haben angezogen, was Experten zufolge bald in einer höheren Nahrungsmittelinflation sichtbar werden dürfte.
Zusätzlich zu den kriegsbedingten Belastungen wirken die US-Importzölle weiter als Preistreiber. Unternehmen geben diese Kosten schrittweise an Verbraucher weiter, was den Inflationsdruck auf breiter Front verstärkt. Für deutsche Anleger und Exporteure ist diese Entwicklung relevant, da steigende US-Importpreise die globalen Lieferketten und Rohstoffmärkte beeinflussen.
