US-Leistungsbilanzdefizit sinkt im Q4 auf Dreijahrestief
Das amerikanische Leistungsbilanzdefizit fiel im vierten Quartal 2025 auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021.

Das US-Leistungsbilanzdefizit hat sich im vierten Quartal 2025 deutlich verringert. Laut dem Bureau of Economic Analysis (BEA) des US-Handelsministeriums schrumpfte das Defizit um 48,4 Milliarden US-Dollar bzw. 20,2 Prozent auf 190,7 Milliarden Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit dem ersten Quartal 2021.
Die Leistungsbilanz erfasst den gesamten Fluss von Waren, Dienstleistungen und Investitionen zwischen den USA und dem Ausland. Ein Defizit bedeutet, dass die USA mehr importieren und ins Ausland transferieren als sie exportieren und von dort erhalten. Für Anleger und Ökonomen gilt die Leistungsbilanz als wichtiger Indikator für die außenwirtschaftliche Position eines Landes.
Bemerkenswert ist zudem die Revision der Vorquartalsdaten: Das Defizit für das dritte Quartal 2025 wurde von ursprünglich 226,4 Milliarden auf 239,1 Milliarden Dollar nach oben korrigiert. Diese Aufwärtsrevision macht die Verbesserung im vierten Quartal noch deutlicher.
Ökonomen überrascht von der Größenordnung
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten zwar ebenfalls mit einem Rückgang des Defizits gerechnet, jedoch fiel die tatsächliche Verbesserung offenbar stärker aus als erwartet. Die genaue Konsensschätzung lag laut den vorliegenden Daten bei rund 214 Milliarden Dollar.
Für deutsche Anleger sind die US-Leistungsbilanzdaten von Bedeutung, da sie den Wechselkurs des US-Dollars beeinflussen können. Ein schrumpfendes Defizit signalisiert eine geringere Nachfrage nach ausländischen Währungen und kann den Dollar tendenziell stützen. Zudem spiegeln die Zahlen die Handelsdynamik wider, die angesichts der aktuellen Zolldebatte zwischen den USA und ihren Handelspartnern besonders im Fokus steht.
