Fed hält Zinsen stabil – Iran-Krieg belastet den Ausblick
Die US-Notenbank lässt den Leitzins erneut unverändert und warnt vor steigenden Energiepreisen durch den Iran-Konflikt.

Die Federal Reserve hat auf ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert belassen. Der Offenmarktausschuss stimmte mit 11 zu 1 Stimmen dafür, die Zinsspanne bei 3,5 % bis 3,75 % zu halten. Gleichzeitig signalisierte die Notenbank, dass Zinssenkungen in diesem Jahr grundsätzlich noch möglich seien – allerdings unter deutlich schwierigeren Vorzeichen als bisher erwartet.
Fed-Chef Jerome Powell dämpfte auf der anschließenden Pressekonferenz jedoch die Erwartungen an baldige Lockerungen. Er betonte, dass die aktuelle Geldpolitik bereits nahe an einem neutralen Niveau liege – also weder wachstumsfördernd noch -bremsend. Zinssenkungen ließen sich damit kaum rechtfertigen, solange sich die US-Wirtschaft nicht spürbar abschwäche.
Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflationsrisiken
Ein zentrales Thema der Sitzung war der Einfluss des Iran-Krieges auf die Energiemärkte. Steigende Ölpreise infolge des Konflikts könnten den jahrelangen Kampf der Fed gegen die Inflation erneut verlängern. Für die Notenbanker bedeutet dies einen weiteren Grund zur Vorsicht bei möglichen Zinssenkungen.
Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel entsprechend negativ aus. Der S&P 500 verlor nach der Sitzung rund 1,4 % oder 91 Punkte. Auch am Anleihemarkt zogen die Renditen an: Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg um 0,055 Prozentpunkte auf 4,256 % – ein klares Zeichen dafür, dass Anleger ihre Erwartungen an Zinssenkungen weiter zurückschrauben.
Für deutsche und europäische Investoren ist die Fed-Entscheidung von besonderer Bedeutung, da die US-Geldpolitik maßgeblich die globalen Kapitalströme und Währungsverhältnisse beeinflusst. Ein länger auf erhöhtem Niveau verharrender US-Leitzins stärkt tendenziell den Dollar und erhöht den Druck auf andere Notenbanken, darunter die Europäische Zentralbank.
