BPCE beteiligt sich mit 7 Prozent an Banco Sabadell
Die französische Bankengruppe BPCE steigt bei der spanischen Banco Sabadell ein und belebt damit die Konsolidierungsfantasie im spanischen Bankensektor neu.

Die französische Bankengruppe BPCE hat sich mit rund sieben Prozent an der spanischen Banco Sabadell beteiligt. Wie beide Institute am Dienstag mitteilten, erwarb BPCE die Beteiligung durch Käufe am Markt und über Finanzinstrumente. Der Schritt belebt das Interesse an grenzüberschreitenden Konsolidierungen im spanischen Bankensektor neu – weniger als ein Jahr, nachdem Sabadell einen feindseligen Übernahmeversuch der Konkurrentin BBVA abgewehrt hatte.
BPCE will nach eigenen Angaben langfristiger Aktionär bleiben. Zudem beabsichtigt die Gruppe, vorbehaltlich der behördlichen und governance-bezogenen Genehmigungen einen Sitz im Verwaltungsrat von Sabadell anzustreben. Über die Schwelle von 9,9 Prozent hinaus will BPCE seine Beteiligung jedoch nicht erhöhen, wie beide Kreditinstitute erklärten.
Zusammenarbeit in mehreren Geschäftsfeldern geplant
Über die reine Kapitalbeteiligung hinaus wollen die beiden Banken eine Zusammenarbeit in mehreren Geschäftsfeldern prüfen. Genannt werden das Corporate- und Investmentbanking, das Equipment-Leasing, das Konsumentenkreditgeschäft sowie Dienstleistungen für grenzüberschreitende Kunden. Die entsprechenden Verhandlungen sollen voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen werden.
Die Investition fällt in eine Phase, in der sich der spanische Bankenmarkt nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von BBVA neu sortiert. Sabadell hatte sich erfolgreich gegen das feindselige Angebot zur Wehr gesetzt; BBVA zog es schließlich zurück, nachdem die Aktionäre das Angebot abgelehnt hatten. Der Schritt der BPCE verschafft dem spanischen Kreditinstitut nun einen bedeutenden europäischen Bankenpartner, ohne dass eine vollständige Übernahme angestrebt wird.
BPCE ist zweitgrößte französische Bankengruppe
BPCE ist die zweitgrößte französische Bankengruppe. Sie ist auch in Portugal über novobanco präsent und verfügt über Leasing- und Konsumentenkreditgeschäfte in ganz Europa. Diese Struktur dürfte für die geplante Zusammenarbeit mit Sabadell eine wichtige Rolle spielen, da sich die Geschäftsfelder der beiden Häuser in mehreren Bereichen überschneiden beziehungsweise ergänzen.
Für deutsche Anleger ist vor allem die Signalwirkung der Transaktion interessant. Sie zeigt, dass grenzüberschreitende Konsolidierungen im europäischen Bankensektor wieder an Fahrt gewinnen könnten – ein Thema, das in der Vergangenheit immer wieder an regulatorischen Hürden und nationalen Interessen gescheitert war. Dass BPCE bewusst auf eine Minderheitsbeteiligung unterhalb von zehn Prozent setzt, deutet darauf hin, dass die Franzosen zunächst auf Kooperation statt auf Kontrolle setzen.
Sabadell wies zum Halbjahr 2026 Vermögenswerte in Höhe von 200 Milliarden Euro und einen attributiven Nettogewinn von 971 Millionen Euro aus. Die Beteiligung von BPCE dürfte damit auf eine Bank treffen, die nach dem abgewehrten Übernahmeversuch über eine gefestigte Aktionärsbasis verfügt.
Der Zeitplan für die geplante Zusammenarbeit ist klar abgesteckt: Bis Anfang 2027 sollen die Gespräche abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt offen, wie konkret die Kooperation in den einzelnen Geschäftsfeldern ausfallen wird und ob BPCE wie angekündigt langfristig als Aktionär engagiert bleibt.
