Neko Health: Ganzkörperscan für 499 Dollar im Selbsttest
Eine neue Präventionsklinik von Spotify-Mitbegründer Daniel Ek bietet Ganzkörperscans für 499 US-Dollar an. Ein Journalist testete das Angebot.

Der Autor eines Erfahrungsberichts, den MarketWatch veröffentlichte, hat sich für 499 US-Dollar einer Ganzkörperuntersuchung unterzogen. Durchgeführt wurde sie bei Neko Health, einer neuen Präventionsklinik, die von Daniel Ek, dem Mitbegründer des Musikstreaming-Dienstes Spotify, ins Leben gerufen wurde. Obwohl er regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, wollte er nach eigener Darstellung ein grundlegendes Verständnis seiner gesamten gesundheitlichen Verfassung erlangen.
Der Besuch ist Teil eines breiteren Trends zur Selbstvermessung, dem sich der Autor seit Jahren widmet. Er hat nach eigenen Angaben alle neuesten Gesundheitstechnologien ausprobiert: einen Fitbit der ersten Generation, ein Jawbone UP-Armband, das nicht mehr verkauft wird, 23andMe, eine Apple Watch, Panels für genetische Biomarker sowie halbjährliche DEXA-Scans und MRTs. "Ob ich mich selbst für einen Test entscheide oder mein Arzt ihn anordnet – jedes Mal empfinde ich einen gewissen Adrenalinkick, wenn die Technologie einen neuen Blick auf das zulässt, was in meinem Körper vor sich geht", schreibt der Autor.
Dabei treiben ihn stets dieselben Fragen um: Was kann ich messen? Welche Technologie steckt dahinter? Und wie werden die Daten genutzt? Diese Fragen sind auch über den Einzelfall hinaus relevant, denn Neko Health ist ein Beispiel dafür, wie Tech-Unternehmer in den Gesundheitsmarkt vordringen.
Ein jahrelang aufgeschobener Test
Dennoch hatte der Journalist jahrelang einen bestimmten Test hinausgeschoben: eine Hautkrebs-Screeninguntersuchung. Als Neko Health ihm anbot, seine Position auf der Warteliste für einen Scan vor dem offiziellen Launch vorzurücken, wagte er den 499-Dollar-Schritt. Der Zeitpunkt war damit nicht nur ein medizinischer, sondern auch ein technologischer Meilenstein im persönlichen Umgang des Autors mit der eigenen Gesundheit.
Bemerkenswert ist die Liste der zuvor getesteten Anwendungen. Sie reicht von tragbaren Fitness-Trackern über genetische Analysen bis hin zu bildgebenden Verfahren wie MRT und DEXA-Scans, mit denen sich unter anderem Knochendichte und Körperzusammensetzung beurteilen lassen. Der Autor beschreibt damit eine Entwicklung, in der Verbraucher immer mehr Gesundheitsdaten selbst erheben und auswerten – oft außerhalb des klassischen Arzt-Patienten-Verhältnisses.
Für deutsche Privatanleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie sich das Geschäft mit Präventionsdiagnostik weiterentwickelt. Während klassische Vorsorgeuntersuchungen in vielen Fällen von den Krankenkassen getragen werden, setzt Neko Health auf ein direkt bezahltes Modell: Der Kunde zahlt aus eigener Tasche, um zusätzliche Daten über seinen Körper zu erhalten. Ob sich ein solches Modell dauerhaft durchsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie Versicherer und Investoren den Nutzen von Ganzkörperscans bewerten.
Der Autor nutzte das Angebot nach eigener Darstellung vor dem offiziellen Marktstart. Im Zentrum des Erfahrungsberichts steht zunächst der Zugang zu einer neuen Form der Präventionsmedizin und die Frage, welche Rolle Technologie dabei spielt. Neko Health positioniert sich damit in einem Markt, in dem Prävention, Datenerhebung und kommerzielle Gesundheitsangebote zunehmend zusammenwachsen. Ob und wie sich solche Konzepte auch außerhalb ihres bisherigen Umfelds etablieren, bleibt offen.
Klar ist: Der 499-Dollar-Scan reiht sich ein in eine Reihe von Angeboten, die Verbraucher dazu bewegen sollen, mehr in die eigene Früherkennung zu investieren. Für Anleger, die den Gesundheitssektor beobachten, ist die Entwicklung ein weiteres Signal dafür, wie stark technologiegetriebene Ansätze inzwischen auch die Prävention prägen.
