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BCA Research: Der S&P 500 gewinnt in jedem Zinserhöhungszyklus seit 1980

BCA Research verweist auf historische Daten: Jeder vollständige Zinserhöhungszyklus der Fed seit 1980 endete für den S&P 500 mit Gewinnen.

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BCA Research: Der S&P 500 gewinnt in jedem Zinserhöhungszyklus seit 1980

BCA Research hat in einer Notiz an seine Kunden die Einschätzung vertreten, dass die Rückkehr der Federal Reserve zu Zinserhöhungen die US-Aktienmärkte wahrscheinlich nicht aus dem Takt bringen wird. Das Analysehaus stützt sich dabei auf historische Daten, die zeigen, dass der S&P 500 seit 1980 jeden vollständigen Zinsanhebungszyklus der Fed mit Gewinnen abgeschlossen hat. Über die Analyse berichtete das Portal Investing.com.

„Der erste Zinsschritt der Fed ist wahrscheinlich kein Abgrund für den Aktienmarkt“, schreiben die Strategen Noah Weisberger und Yifei Liu in ihrer Untersuchung. Die Fed hatte in der vergangenen Woche die Zinsen angehoben. BCA erwartet für den laufenden Zyklus einen flachen Verlauf mit noch einer oder zwei weiteren Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte.

Für Anleger an den US-Märkten ist das ein wichtiger Befund, denn der Beginn eines Straffungszyklus gilt traditionell als Belastung für Aktienbewertungen. BCA argumentiert jedoch, dass dieser Effekt diesmal teilweise bereits verarbeitet ist. Der Firmennotiz zufolge ist der erwartete Pfad der Fed bereits weitgehend in langfristigen US-Staatsanleihen eingepreist. Zudem habe die Bewertungskorrektur in den vergangenen Monaten einen Teil des Zinsanstiegs absorbiert.

Die Details

Für ihre Analyse untersuchte BCA Research sieben Zinsanhebungszyklen der Federal Reserve seit 1980. In jedem einzelnen dieser Fälle neigte der S&P 500 dazu, nach der ersten Erhöhung eine Pause einzulegen, gewann jedoch über den gesamten Zyklus hinweg an Wert. Die Renditen bewegten sich dabei zwischen 4,4 Prozent und 28,4 Prozent.

Der Zeitpunkt des Höchststands variierte deutlich: Der Index erreichte sein Hoch zwischen sechs Monaten und fast drei Jahren nach Beginn der Zinserhöhungen durch die Fed. „Zinsanhebungszyklen allein signalisieren typischerweise nicht das Ende eines Bullenmarktes, ganz im Gegenteil“, schreiben Weisberger und Liu.

BCA Research warnt allerdings vor einem neuen Risikofaktor: den hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI). Diese Ausgaben erhöhen dem Institut zufolge das Zinsrisiko für bestimmte Unternehmen. Das Risiko sei am größten für Firmen, die auf externe Finanzierungen angewiesen sind, hohe Schulden tragen oder von Gewinnen abhängen, die erst weit in der Zukunft liegen.

Als Konsequenz empfiehlt BCA einen Long/Short-Portfolioansatz für „Quality Capex“. Dabei werden Aktien mit hoher Kapitalausstattung, starkem Gewinnwachstum, solidem Cashflow, niedrigen Bewertungen und geringer Zinsabhängigkeit gekauft. Auf der Short-Seite stehen dagegen Aktien mit gegenteiligen Merkmalen. Für diese Strategie hat das Institut eine Zielrendite von 10 Prozent und einen Stop-Loss bei 5 Prozent festgelegt. Sein Jahreszielkurs-Szenario für den S&P 500 behält BCA bei 8.100 Punkten bei.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 18.09.2026 berichtete aktien.news, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze erstmals seit 2023 wieder angehoben hat. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh erhöhte der Federal Open Market Committee (FOMC) den Leitzins um einen Viertelpunkt. Es war die erste Zinserhöhung seit Anfang 2022 und markierte den Beginn eines neuen Zinserhöhungszyklus. Der Federal-Funds-Satz, der Overnight-Zinssatz für Banken untereinander, beeinflusst die meisten Zinssätze am Markt. Mit dem Schritt reagierte die Fed auf die weiter steigende Inflation, die sich immer weiter von ihrem Ziel von zwei Prozent annualisierten Preiserhöhungen entfernt.

Ebenfalls am 18.09.2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „Zinswende und KI-Boom: So navigieren Anleger den neuen Marktzyklus“ über die Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh betonte im Anschluss, dass die Inflation zu hoch sei und die Maßnahme dazu diene, das Inflationsziel von zwei Prozent schneller zu erreichen. Jim Cramer, Moderator bei CNBC, warnte vor kurzfristigem Druck auf die Aktienmärkte durch den Beginn dieses Zinszyklus. Der Markt zeigte sich damals allerdings robust: Der Nasdaq-100 verzeichnete den besten Tag seit sechs Wochen.

Am 08.03.2026 hatte aktien.news über eine Analyse von BCA Research berichtet, wonach Rezessionen einem konsistenten Muster folgen. Laut BCA vollziehen sich Wendepunkte am Aktienmarkt in einer klar definierten Abfolge: Zuerst erreichen die Bewertungsmultiplikatoren ihren Höchststand, gefolgt von Kurs- und Margenrückgängen. Erst mit Beginn der eigentlichen Rezession geben schließlich Gewinne und Umsätze nach.

Und bereits am 26.06.2026 meldete aktien.news, dass die Strategen der Citigroup den Bullenmarkt als weiterhin intakt ansehen. Ihre Begründung stützte sich auf ein historisches Muster: Bedeutende Markteinbrüche der vergangenen Jahrzehnte wurden stets durch aggressive Zinserhöhungszyklen der Fed ausgelöst. Das S&P-500-Hoch im Jahr 2000 folgte auf Zinserhöhungen der Fed um 175 Basispunkte, der Marktgipfel von 2007 kam nach einer Straffung um 425 Basispunkte, und der Rücksetzer 2018 war das Ergebnis von Anhebungen um 225 Basispunkte.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die über US-Aktien oder breit gestreute Indexprodukte investiert sind, liefert die BCA-Analyse einen historischen Orientierungspunkt. Die Kernaussage lautet, dass der Beginn eines Zinserhöhungszyklus für sich genommen kein Verkaufssignal ist. In allen sieben untersuchten Zyklen seit 1980 legte der S&P 500 über den gesamten Zyklus hinweg zu, auch wenn nach der ersten Erhöhung zunächst eine Pause zu beobachten war.

Gleichzeitig macht BCA auf eine Differenzierung innerhalb des Marktes aufmerksam. Nicht alle Unternehmen sind gleich stark von steigenden Zinsen betroffen. Die genannten Kriterien für das „Quality Capex“-Konzept – hohe Kapitalausstattung, starkes Gewinnwachstum, solider Cashflow, niedrige Bewertungen und geringe Zinsabhängigkeit – beschreiben Eigenschaften, die in einem strafferen Zinsumfeld als vergleichsweise widerstandsfähig gelten. Umgekehrt dürften Firmen mit hoher Schuldenlast oder weit in der Zukunft liegenden Gewinnerwartungen stärker unter Druck geraten.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die genannten Renditen sind historische Werte aus vergangenen Zyklen und keine Prognose für die Zukunft. Die Analyse ist eine Einschätzung von BCA Research, keine Empfehlung.

Ausblick

BCA Research erwartet für den laufenden Zyklus einen flachen Verlauf mit noch einer oder zwei weiteren Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte. Dieser Pfad sei laut der Firmennotiz bereits weitgehend in langfristigen US-Staatsanleihen eingepreist. Sein Jahreszielkurs-Szenario für den S&P 500 belässt das Institut bei 8.100 Punkten. Für die Long/Short-Strategie im „Quality Capex“-Ansatz nennt BCA eine Zielrendite von 10 Prozent und einen Stop-Loss bei 5 Prozent.

Kurz erklärt

  • Basispunkt: kleinste gängige Maßeinheit für Zinsänderungen an den Finanzmärkten.
  • Long/Short-Strategie: Anlageansatz, bei dem gleichzeitig auf steigende Kurse bestimmter Werte und auf fallende Kurse anderer Werte gesetzt wird.
  • Stop-Loss: vorab festgelegte Grenze, bei deren Erreichen eine Position automatisch geschlossen wird, um Verluste zu begrenzen.
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