Arini-Hedgefonds verliert 32 Prozent und stockt größte Positionen auf
Der auf Hochzinsanleihen spezialisierte Fonds von Hamza Lemssouguer verliert im Oktober 19,7 Prozent und kommt 2026 auf 32 Prozent Minus.

Der Haupt-Hedgefonds von Arini Capital Management hat seine Verluste in den letzten Oktobertagen weiter ausgeweitet. Der Jahresverlust stieg damit auf 32 Prozent, wie aus einem Investorenbrief hervorgeht, der Bloomberg vorliegt. Der auf hochverzinsliche Anleihen spezialisierte Fonds verzeichnete allein im Oktober einen Verlust von 19,7 Prozent.
Als Ursache nennt das Schreiben anhaltend schwache Kreditmärkte. Für ein Haus, das auf Unternehmensanleihen mit schwächerer Bonität setzt, ist das ein schwieriges Umfeld: Fallende Kurse in diesem Segment treffen einen Fonds, der auf wenige, dafür große Wetten setzt, überproportional. Genau diese konzentrierte Positionierung ist das Kennzeichen von Arini Capital.
Fondsmanager Hamza Lemssouguer, der den Master-Fonds verwaltet, reagierte auf die Entwicklung, indem er jede seiner fünf größten Positionen unterlegte. Diese fünf Engagements machen zusammen rund zwei Drittel des Nettoanlagevermögens aus. Gleichzeitig verzeichnete der Fonds in der vergangenen Woche Zuflüsse in Höhe von 389 Millionen US-Dollar. Diese Mittel sind Teil einer Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden US-Dollar.
Der Oktober allein kostete 19,7 Prozent
Die Zahlen aus dem Investorenbrief sind ungewöhnlich deutlich. Ein Monatsverlust von 19,7 Prozent im Oktober bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Jahresschwäche in wenigen Wochen entstanden ist. Über das Gesamtjahr summiert sich das Minus damit auf 32 Prozent. Bloomberg berichtete am 6. November 2026 über das Schreiben an die Investoren.
Bemerkenswert ist die Reaktion des Fondsmanagements. Lemssouguer unterlegte seine fünf größten Positionen, die rund zwei Drittel des Nettoanlagevermögens ausmachen, statt sich aus ihnen zurückzuziehen. Der Bericht erwähnt zugleich, dass einige Positionen verkauft wurden. Beide Schritte zusammen zeigen einen Fonds, der sein Portfolio gleichzeitig absichert und bereinigt.
Parallel dazu sammelte das Haus frisches Geld ein. In der vergangenen Woche flossen dem Fonds 389 Millionen US-Dollar zu, Teil einer Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden US-Dollar. Für einen Fonds im Drawdown ist das ein wichtiges Signal, weil zusätzliche Mittel den Spielraum für die weitere Positionierung vergrößern.
Bereits im Oktober 2026 häuften sich die Verlustmeldungen
Die aktuelle Entwicklung ist kein Ausreißer, sondern das Ergebnis einer längeren Schwächephase. Bereits am 8. Oktober 2026 berichtete aktien.news, dass der Hauptfonds von Arini in diesem Jahr Verluste von fast 16 Prozent verzeichnet hatte. Ursache war eine Reihe gescheiterter Wetten auf die Schulden finanziell angeschlagener Unternehmen. Allein im September summierte sich der Verlust nach Schätzungen von mit den Renditen vertrauten Quellen auf 7,6 Prozent, womit der kumulierte Jahresverlust auf 15,7 Prozent stieg. Es war bereits der dritte Verlustmonat in Folge. Das Unternehmen verwaltete damals ein Vermögen von 7,22 Milliarden US-Dollar.
Einen Tag später, am 9. Oktober 2026, meldete aktien.news einen Verlust von rund 15,7 Prozent bis September. Als Grund nannte der Bericht den Einbruch der Kurse mehrerer seiner größten Investments. Arini Capital wurde 2022 von Hamza Lemssouguer gegründet, einem ehemaligen Unternehmensanleihehändler bei der Credit Suisse. Der Fonds verfolgt einen Ansatz mit konzentrierten Positionen – also wenigen, dafür aber großen Wetten.
Am 10. Oktober 2026 berichtete aktien.news, dass dem Fonds der erste Jahresverlust seit seiner Gründung im Jahr 2022 droht. Seit der Gründung hat Arini rund 22 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Bereits am 4. April 2026 hatte aktien.news berichtet, dass Lemssouguer im Jahr 2020 ein Angebot von Citadel-Gründer Ken Griffin ablehnte, mehrere Milliarden US-Dollar zu verwalten. Nach damaligem Stand verwaltete der 35-Jährige 20 Milliarden US-Dollar in seiner eigenen Gesellschaft. Arini startete 2022 mit einem Startkapital von 1,3 Milliarden US-Dollar und gilt laut dem Datenanbieter Hedge Fund Research als der am schnellsten wachsende neue Hedgefonds-Manager weltweit.
Für deutsche Privatanleger ist der Fonds nicht direkt zugänglich
Hedgefonds wie Arini Capital richten sich an professionelle und semiprofessionelle Anleger. Für Privatanleger in Deutschland sind solche Fonds in der Regel nicht direkt erwerbbar, weshalb die Meldung nicht als unmittelbare Handlungsanweisung zu verstehen ist. Relevant ist sie dennoch, weil sie den Zustand eines Marktsegments abbildet, in dem auch Privatanleger über High-Yield-Fonds oder Unternehmensanleihen engagiert sein können.
Ein Fonds, der auf hochverzinsliche Anleihen spezialisiert ist und innerhalb eines Jahres 32 Prozent verliert, liefert ein deutliches Bild vom Druck in diesem Segment. Wer entsprechende Produkte im Depot hat, sollte die Entwicklung der Kreditmärkte im Blick behalten. Der Archivbericht vom 8. Oktober 2026 wies zudem darauf hin, dass die endgültigen Performance-Kennzahlen für den September erst später im Monat festgelegt wurden – ein Hinweis darauf, dass solche Standsmeldungen aus Investorenbriefen vorläufigen Charakter haben können. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Der Bericht nennt keine Termine für die nächsten Schritte
Konkrete Zeitpläne für die weitere Portfolioanpassung oder für den Abschluss der Kapitalerhöhung enthält der Bericht nicht. Belegt sind bislang zwei Größen: die Zuflüsse von 389 Millionen US-Dollar in der vergangenen Woche und das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden US-Dollar. Ob und wann sich die Lage an den Kreditmärkten entspannt, lässt der Bericht offen.
Beobachtungspunkte für die kommenden Wochen ergeben sich aus dem Quelltext selbst: ob die Zuflüsse anhalten, wie sich die fünf größten Positionen entwickeln, die rund zwei Drittel des Nettoanlagevermögens ausmachen, und ob der Fonds weitere Positionen verkauft. Die nächste belastbare Zahl wird der Jahresabschluss 2026 sein, nachdem der Verlust bereits jetzt bei 32 Prozent liegt.
Drei Fachbegriffe aus dem Bericht lassen sich kurz erklären
- Hochzinsanleihen: Anleihen von Schuldnern mit schwächerer Bonität, die Anlegern dafür höhere Zinsen zahlen.
- Nettoanlagevermögen: der Wert des Fondsvermögens nach Abzug der Verbindlichkeiten.
- Kapitalerhöhung: die Aufnahme zusätzlicher Mittel von Investoren in einen bestehenden Fonds.
- Master-Fonds: das Hauptvehikel einer Fondsstruktur, in dem die Anlagestrategie tatsächlich umgesetzt wird.
