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Galapagos streicht 45 Stellen: KI soll Effizienz steigern

Der brasilianische Vermögensverwalter Galapagos Capital baut rund 9 Prozent seiner Belegschaft ab und setzt dabei auf künstliche Intelligenz.

• 2 Min
Galapagos streicht 45 Stellen: KI soll Effizienz steigern

Galapagos Capital hat 45 Stellen in seinen globalen Niederlassungen gestrichen und damit rund 9 Prozent seiner Belegschaft abgebaut. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der in São Paulo ansässige Vermögensverwalter will seine Abläufe durch den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz straffen und sich zugleich gegen anhaltende Marktgegensätze behaupten.

Die Maßnahmen betreffen mehrere Kernbereiche des Unternehmens. In der Investmentbanking-Sparte wurden etwa sechs der 35 Positionen gestrichen, vorwiegend Analysten sowie zwei Praktikanten. Zusätzlich trennte sich Galapagos von acht Mitarbeitern im Backoffice und strich rund sieben Stellen im Asset Management, wobei der Schwerpunkt auf Teams lag, die für Equity-Strategien zuständig sind.

Die strukturelle Neuausrichtung spiegelt nach Angaben der Personen einen disziplinierteren Kurs wider. Hintergrund sind erhöhte Inlandszinsen in Brasilien sowie breite geopolitische Spannungen, die dazu beitragen könnten, die Marktschwankungen aufrechtzuerhalten. Für deutsche Anleger ist das insofern relevant, als Brasilien mit seinen zeitweise zweistelligen Leitzinsen zu den renditestärksten, aber auch volatilsten Schwellenmärkten zählt – und lokale Vermögensverwalter wie Galapagos dort eine wichtige Rolle für institutionelle Kapitalflüsse spielen.

Die Einsparungen sollen die Jahresausgaben bis 2027 deutlich senken

Vor diesem Hintergrund zielt Galapagos darauf ab, die jährlichen Ausgaben bis 2027 auf etwa 160 Millionen Real (rund 29,04 Millionen US-Dollar) zu senken. In diesem Jahr liegen die Kosten noch bei etwa 195 Millionen Real (rund 39,39 Millionen US-Dollar). Der Rückgang ist laut dem Bericht größtenteils auf Prozessautomatisierung und technische Vereinfachungen zurückzuführen.

Bemerkenswert ist, dass diese Konsolidierung parallel zur stetigen Ausweitung des Gesamtumfangs des Unternehmens erfolgt. Das verwaltete Vermögen stieg von 34 Milliarden Real im Dezember 2025 auf 43 Milliarden Real. Galapagos richtet sein Kapital weiterhin auf expandierende Geschäftsfelder aus und verstärkt seine Präsenz in Kreditplattformen, Verbriefungsgeschäften und Wealth-Management-Dienstleistungen.

Galapagos stellt weiterhin gezielt in Wachstumsfeldern ein

Um diese strategischen Initiativen zu unterstützen, bleibt das Unternehmen bei selektiven Einstellungen aktiv und wirbt gezielt um Personal in Schlüsselbereichen des Wachstums. Zu den offenen Mandaten zählen drei Stellen im Bereich Investmentlösungen, vier Positionen in der Verbriefung sowie sechs Neueinstellungen in den Technologie- und Datenteams. Der Stellenabbau geht also mit einem gleichzeitigen Aufbau in zukunftsträchtigen Einheiten einher.

Galapagos wurde 2019 von Carlos Fonseca gegründet, einem ehemaligen Partner und Leiter Private Equity bei Banco BTG Pactual SA. Das Unternehmen ist international in zwölf Büros präsent, darunter Standorte wie Miami und Genf. Diese internationale Aufstellung macht den Verwalter auch für europäische und nordamerikanische Investoren interessant, die Zugang zu brasilianischen und lateinamerikanischen Anlagestrategien suchen.

Die aktuelle Restrukturierung unterstreicht einen breiteren Trend unter regionalen Alternativ-Anlageverwaltern. Diese justieren ihre Kostenbasis neu und verschieben Ressourcen hin zu gewinnbringenderen, technologiegestützten Geschäftslinien. Der Fall Galapagos zeigt damit exemplarisch, wie KI nicht nur als Wachstumstreiber, sondern auch als Instrument zur Kostensenkung in der Finanzbranche eingesetzt wird – ein Muster, das angesichts des anhaltenden Effizienzdrucks auch bei europäischen Vermögensverwaltern an Bedeutung gewinnen dürfte.

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