Allspring-Verkauf: Ehemalige Wells-Fargo-Sparte für 4 Milliarden Dollar im Angebot
Private-Equity-Eigentümer bereiten Verkauf des Vermögensverwalters für rund 4 Milliarden Dollar vor.

Die Private-Equity-Eigentümer von Allspring Global Investments bereiten den Verkauf der ehemaligen Vermögensverwaltungssparte der Wells Fargo vor. Das Unternehmen könnte dabei mit rund 4 Milliarden US-Dollar bewertet werden, wie mit der Sache vertraute Personen berichten. Die Gespräche befänden sich allerdings noch in einer frühen Phase, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Allspring war 2021 von den Private-Equity-Firmen GTCR und Reverence Capital für 2,1 Milliarden US-Dollar von der Wells Fargo übernommen worden. Die Großbank hatte sich damals von ihrer Vermögensverwaltungssparte getrennt, um Kosten zu senken und ihre Abläufe zu straffen. Nun könnte der Verkauf des Unternehmens die nächste große Transaktion in einer sich rasant konsolidierenden Branche werden.
Konsolidierungswelle erfasst die Asset-Management-Branche
Ein möglicher Verkauf von Allspring reiht sich ein in eine Serie von Transaktionen, die den Vermögensverwaltungssektor grundlegend umgestalten. Die Daten von Dealogic zeigen: Der Wert der globalen Deals im Asset Management hatte bis Ende August 53,8 Milliarden US-Dollar erreicht – das entspricht dem höchsten je verzeichneten Wert.
Besonders bemerkenswert sind einige der jüngsten Großtransaktionen. Der britische Vermögensverwalter Schroders, ein jahrhundertealtes Institut, vereinbarte in diesem Jahr eine Übernahme durch den US-Konkurrenten Nuveen für 9,9 Milliarden Pfund. Das in Texas ansässige Victory Capital kaufte die Vermögensverwaltungsgesellschaft First Eagle für 7 Milliarden US-Dollar – nachdem Victory zuvor im Rennen um den Kauf von Janus Henderson gescheitert war.
Janus Henderson als weiterer Meilenstein
Den Zuschlag für Janus Henderson erhielten stattdessen Nelson Peltz' Trian Fund Management und Investoren unter Führung der Venture-Capital-Firma General Catalyst. Sie gewannen den Wettstreit mit einem bar gezahlten Angebot in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme von Janus Henderson zu Beginn dieses Jahres markierte einen weiteren Höhepunkt der Konsolidierungswelle.
Allspring selbst ist ein gewichtiger Akteur: Das Unternehmen berät bei Vermögen in Höhe von 642 Milliarden US-Dollar und beschäftigt mehr als 360 Investmentfachkräfte in 18 Büros. Der geschäftsführende Vorsitzende der Gruppe, Joseph Sullivan, leitete zuvor die Vermögensverwaltungsgesellschaft Legg Mason, bis diese 2020 von Franklin Templeton übernommen wurde. Etwa 20 Prozent der Anteile an Allspring gehören den Mitarbeitern, wie die Unternehmenswebsite ausweist.
Ausblick und offene Fragen
GTCR lehnte eine Kommentierung zu den Verkaufsgesprächen ab. Reverence Capital und Allspring reagierten nicht umgehend auf Anfragen zur Stellungnahme. Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium, sodass offen ist, ob es tatsächlich zu einem Verkauf kommen wird und wer als Käufer infrage käme.
Für den deutschen Markt ist die Entwicklung von Interesse, da die Konsolidierungswelle im Asset Management auch europäische Vermögensverwalter erfasst. Die hohen Bewertungen und die Dynamik der Transaktionen zeigen, dass Investoren weiterhin großes Interesse an der Branche haben – trotz der Herausforderungen durch passive Anlagestrategien und steigenden Kostendruck.
