Stadt-Analysten prognostizieren erneuten Anstieg der AstraZeneca-Aktien
Analysten von UBS und Berenberg sehen Kurspotenzial trotz jüngster Rückschläge.

Zwei City-Banken sehen den jüngsten Kursrutsch bei AstraZeneca als überzogen an und stufen die Aktie weiterhin als Kauf ein. Der Pharmakonzern hatte seit Juli kräftig an Wert verloren – ausgelöst durch eine gescheiterte klinische Studie und Fusionsspekulationen.
Der Aktienkurs von AstraZeneca (LSE:AZN) notiert derzeit rund 20 Prozent unter dem Rekordhoch von über 15.000 Pence, das im Februar dieses Jahres erreicht wurde. Nach einem Rückgang von 15 Prozent seit Anfang Juli startete die Aktie diese Woche unter der Marke von 12.000 Pence. Analysten von UBS und Berenberg sehen darin jedoch eine Übertreibung und prognostizieren eine Erholung.
Zwei Banken bleiben optimistisch
Die UBS hat ihr Kursziel zwar von 17.600 auf 15.200 Pence gesenkt, stuft die Aktie aber weiterhin mit „Buy“ ein. Die Bank setzt darauf, dass CEO Pascal Soriot das mittelfristige Umsatzziel von 80 Milliarden Dollar (rund 59 Milliarden Pfund) erreichen wird. Berenberg sieht das Kursziel bei 15.000 Pence und betont, dass AstraZeneca „Top-Tier-Wachstum und überlegene F&E-Renditen zu einem attraktiven Bewertungsniveau“ biete.
Der Druck auf die Aktie begann im Juli, als eine klinische Studie der späten Phase für Wainua – ein Medikament zur Behandlung einer Herzkrankheit – scheiterte. Der Kurs fiel daraufhin um rund 13 Prozent auf 12.400 Pence. Ein zweiter Schlag folgte im August: Unbestätigte Berichte über angebliche Fusionsgespräche mit Bristol-Myers Squibb im Volumen von 400 Milliarden Dollar verunsicherten die Anleger und drückten den Kurs zeitweise auf bis zu 11.500 Pence.
UBS: Sorgen um Wachstum nach 2030 sind übertrieben
In einer aktuellen Analyse erklärte die UBS, dass die Fusionsspekulationen die Aufmerksamkeit auf die Frage gelenkt hätten, „warum ein solcher Deal notwendig gewesen sein könnte“. Dies habe die Bedenken hinsichtlich des Wachstums nach 2030 verstärkt. Die Bank habe daraufhin ihre Bewertung neu überprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass AstraZeneca weiterhin ein Kauf sei.
Die UBS ist überzeugt, dass der Konzern sein mittelfristiges Umsatzziel von 80 Milliarden Dollar erreichen kann – unabhängig vom Ausgang des Avanzar-Lungenkrebs-Versuchs, der später in diesem Jahr erwartet wird. Zudem sieht die Bank Wachstumspotenzial über 2030 hinaus, trotz des bevorstehenden Patentverlusts für die wichtigen Krebsmedikamente Imfinzi, Tagrisso und Calquence.
Während die gesamte EU-Pharmaindustrie auf eine signifikante Patentklippe am Ende des Jahrzehnts zusteuert, erwartet die UBS eine stärkere Anerkennung des Milliardenpotenzials der späten Pipeline-Optionen von AstraZeneca und des daraus resultierenden Wachstums nach 2030.
Berenberg hebt diversifizierte Pipeline hervor
Berenberg wies darauf hin, dass AstraZeneca auf dem besten Weg sei, eine Rendite von 13 Prozent auf die F&E-Investitionen für die aktuelle Pipeline-Kohorte zu erzielen – und durchschnittlich 13 Prozent für die Kohorten von 2016 bis 2024. Dies schließe das kürzliche Scheitern der hoch erwarteten Ergebnisse bei Wainua und des Serena-4-Versuchs von Etcamah in der Brustkrebsbehandlung ein.
„Wichtig ist, dass positive Gegenwerte aufgetreten sind, die die Bedeutung eines diversifizierten Portfolios hervorheben. AstraZeneca bietet weiterhin attraktive Pipeline-Optionen“, so die Bank. Berenberg prognostiziert Umsätze von 82 Milliarden Dollar bis 2030 und ein jährliches Wachstum von einem Prozent im Zeitraum 2030 bis 2035 – im Einklang mit dem Durchschnitt der großen Pharma-Wettbewerber. Das neue Kursziel bietet ein Aufwärtspotenzial von 28 Prozent und ein impliziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18.
Bewertung im Branchenvergleich
Die UBS wies darauf hin, dass die aktuelle Bewertung von AstraZeneca mit etwa dem 14,3-fachen des prognostizierten Kerngewinns für 2027 über dem Branchendurchschnitt von 13,1 liegt. Damit bleibt der Konzern jedoch günstiger als Novartis (15-fach) und deutlich unter Roche (17,4-fach). Für Anleger, die auf eine Erholung setzen, bieten die aktuellen Kursniveaus nach Einschätzung der Analysten ein attraktives Einstiegsfenster.
