AbbVie: EU-Zulassung für Rinvoq bei pädiatrischer Arthritis
AbbVie erhält EU-Zulassung für Rinvoq zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit aktiver Arthritis.

Der US-Pharmakonzern AbbVie hat von der Europäischen Kommission grünes Licht für eine weitere Indikation seines Wirkstoffs Rinvoq erhalten. Das Medikament darf künftig auch zur Behandlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis (pJIA) bei Kindern ab zwei Jahren eingesetzt werden.
Die Zulassung gilt für Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente (DMARDs) nicht ausreichend angesprochen haben. Das gab AbbVie am Dienstag in einer offiziellen Erklärung bekannt. Für betroffene Kinder und Jugendliche in der EU eröffnet sich damit eine neue Therapieoption.
Hintergrund zur Erkrankung
Die polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung, die bei Kindern auftritt. Sie zählt zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter. Unbehandelt kann sie zu dauerhaften Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen führen. Bislang standen vor allem Biologika und konventionelle DMARDs im Fokus der Behandlung.
Rinvoq bereits für mehrere Indikationen zugelassen
Rinvoq (Wirkstoff: Upadacitinib) ist in der Europäischen Union bereits für mehrere Erkrankungen zugelassen. Dazu gehören die rheumatoide Arthritis, die psoriatische Arthritis sowie die atopische Dermatitis. Mit der neuen pädiatrischen Zulassung erweitert AbbVie das Einsatzspektrum des JAK-Inhibitors auf den Bereich der Kinderrheumatologie.
Der Wirkstoff gehört zur Klasse der Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren). Diese hemmen bestimmte Enzyme im Körper, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Dadurch können sie die überschießende Immunreaktion bei Autoimmunerkrankungen dämpfen.
Bedeutung für den europäischen Markt
Die EU-Zulassung ist für AbbVie ein wichtiger strategischer Schritt. Der Pharmakonzern mit Hauptsitz in North Chicago, Illinois, erweitert damit seine Position im Bereich der Immunologie. Rinvoq ist eines der umsatzstärksten Produkte des Unternehmens und soll künftig einen Teil der Umsatzausfälle durch den Patentschutzverlust des Blockbusters Humira kompensieren.
Für deutsche Ärzte und Patienten bedeutet die Zulassung eine zusätzliche Therapieoption. Die Behandlung der pJIA erfolgt in der Regel interdisziplinär durch Kinderrheumatologen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten. Die orale Einnahme von Rinvoq als Tablette könnte gegenüber injizierbaren Biologika Vorteile bieten, insbesondere bei jungen Patienten.
Ausblick
Die Europäische Kommission hat mit ihrer Entscheidung den Weg für die Vermarktung von Rinvoq in der pädiatrischen Indikation in allen EU-Mitgliedstaaten freigemacht. Die nationale Umsetzung und Preisverhandlung obliegt nun den einzelnen Ländern. In Deutschland wird voraussichtlich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über eine mögliche Erstattung entscheiden.
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