US-Regeln öffnen Tür für chinesische Biopharma-Deals – Aktien steigen
Innovent, Akeso und Co. legen kräftig zu, nachdem USA Lizenzdeals mit China erlauben wollen.

Chinesische Biopharma-Aktien sind am Montag an der Börse in Hongkong kräftig gestiegen. Innovent Biologics legte um bis zu 7 Prozent zu, Akeso gewann rund 8 Prozent. Auslöser ist ein Bericht, wonach die USA die meisten Lizenzierungsvereinbarungen für Arzneimittel mit chinesischen Unternehmen fortsetzen könnten.
Der vorgeschlagene Ansatz würde die Biopharma-Branche auf einen anderen Kurs führen als Sektoren wie künstliche Intelligenz und Halbleiter, in denen die USA die Beschränkungen gegenüber China zuletzt verschärft haben. Das US-Finanzministerium (Treasury Department) entwirft demnach Regeln, die es amerikanischen Pharmaunternehmen wahrscheinlich erlauben würden, in vielversprechende neue Arzneimittel zu investieren, die von chinesischen Firmen entwickelt werden.
Hintergrund der neuen US-Regeln
Die Regeln sind nach Angaben des Reuters-Berichts vom Freitag noch nicht finalisiert und unterliegen weiterhin Änderungen. Ausgenommen von den erleichterten Regelungen sollen jedoch solche Arzneimittel sein, die mit Krankheitserregern oder Biotechnologie zusammenhängen, die potenziell weaponisiert werden könnten. Die genauen Details werden derzeit vom Finanzministerium ausgearbeitet.
Die Nachricht sorgte an den Märkten für deutliche Kursgewinne. Neben Innovent und Akeso verzeichnete auch die CSPC Pharmaceutical Group einen Anstieg von mehr als 6 Prozent. HUTCHMED kletterte um 3 Prozent, während Sino Biopharmaceutical um 8 Prozent zulegte. Der Hang Seng Biotech Index gewann insgesamt mehr als 5 Prozent hinzu.
Boom bei Lizenzgeschäften
Fast die Hälfte aller US-Geschäfte zur Lizenzierung von Arzneimitteln aus dem Ausland im Jahr 2025 wurden mit chinesischen Unternehmen abgeschlossen, wie Daten von GlobalData zeigen. Ein prominentes Beispiel ist die Partnerschaft von Pfizer mit Innovent im Mai, die ein Volumen von bis zu 10,5 Milliarden US-Dollar umfasst und die Forschung und Entwicklung von zwölf Onkologie-Programmen beinhaltet.
Chinas Boom bei sogenannten Out-Licensing-Geschäften hat trotz geopolitischer Spannungen angehalten. Nach Angaben der chinesischen Arzneimittelbehörde NMPA, die die Bank Nomura zitierte, wurden im ersten Halbjahr 2026 rekordverdächtige 81 Geschäfte im Gesamtwert von 110 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Nomura sieht starkes Wertversprechen
Die Analysten von Nomura zeigten sich zuversichtlich. Investoren schienen den intermittierenden geopolitischen Bedenken rund um den Sektor „größtenteils immun“ zu sein, so die Bank. Sie verwies auf das starke Wertversprechen chinesischer Unternehmen bei der Entwicklung neuartiger Arzneimittel.
Zudem habe China die Globalisierung zu einem Schlüsselziel für Pharma- und Biotech-Unternehmen im Rahmen seines 15. Fünfjahresplans gemacht, bemerkte Nomura. Vor diesem Hintergrund erwarte die Bank, dass die chinesisch-amerikanischen Out-Licensing-Geschäfte „auf einer hohen Flut reiten würden“.
Für deutsche Anleger ist der Markt interessant, da viele der genannten Unternehmen auch in Europa Partnerschaften anstreben. Die geopolitische Entspannungssignale aus Washington könnten den gesamten Sektor nachhaltig stützen und die Attraktivität chinesischer Biotech-Werte erhöhen.
