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Wir lagen falsch: Analysten werfen schwache Dollar-Prognosen über Bord

Der US-Dollar gewinnt wieder an Schwung und stellt die zuvor pessimistischen Prognosen vieler Analysten infrage.

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Wir lagen falsch: Analysten werfen schwache Dollar-Prognosen über Bord

Der US-Dollar hat endlich wieder an Schwung gewonnen. Der Greenback verzeichnete gestern gemessen am WSJ-Dollarindex seine längste Gewinnserie seit Mai, nachdem er fünf Tage in Folge zulegen konnte. Zwar sinkt der Index heute Morgen leicht ab, doch liegt er weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Juli. Der WSJ-Dollarindex misst die Entwicklung der US-Währung gegen einen Korb aus 16 Währungen.

Dies ist eine bemerkenswerte Wendung für den Dollar, der erhebliche Teile dieses Jahres unter Druck stand – und das, obwohl er traditionell als sichere Hafenwährung gilt. Anleger hatten den Greenback in Krisenzeiten üblicherweise gesucht, um Kapital in Sicherheit zu bringen. In diesem Jahr verlief die Entwicklung jedoch anders.

Anstatt während des Krieges mit dem Iran Zuflucht im Greenback zu suchen, waren die Anleger stattdessen mit Risiken der US-Politik beschäftigt. Dazu zählten der Handelskrieg von Präsident Trump sowie dessen Drohungen gegenüber der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Diese Faktoren belasteten das Vertrauen in die US-Währung und erklären, warum der Dollar trotz seiner Rolle als sicherer Hafen zeitweise an Wert verlor.

Analysten räumen Fehleinschätzungen ein

Die jüngste Erholung kommt für viele Marktbeobachter überraschend. Zahlreiche Analysten hatten zuvor schwache Dollar-Prognosen abgegeben und mussten nun einräumen, dass sie falsch lagen. Die Kursgewinne der vergangenen Tage zwingen sie dazu, ihre Erwartungen zu überdenken und teils deutlich anzupassen.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von Bedeutung. Der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar beeinflusst nicht nur den Wert von US-Investments im Depot, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Unternehmen. Ein stärkerer Dollar verteuert US-Importe für europäische Käufer, während er europäische Exporte in die USA günstiger macht.

Die aktuelle Situation verdeutlicht, wie stark politische Faktoren die Devisenmärkte bewegen. Traditionelle Muster – etwa die Flucht in sichere Häfen in geopolitischen Krisen – geraten ins Wanken, wenn politische Unsicherheiten im eigenen Land die Risikowahrnehmung dominieren. Der Krieg mit dem Iran führte in diesem Jahr jedenfalls nicht zu der erwarteten Stärkung des Greenback.

Mit dem höchsten Stand seit Juli und der längsten Gewinnserie seit Mai sendet der Dollar nun ein starkes Signal. Ob die Erholung von Dauer ist, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die US-Politik und die Geldpolitik der Federal Reserve weiterentwickeln. Klar ist: Die einstigen Pessimisten unter den Analysten stehen vor der Aufgabe, ihre Prognosen grundlegend zu überarbeiten.

Der Fall zeigt eindrücklich, wie schnell sich Märkte gegen etablierte Erwartungen bewegen können. Anleger, die auf einen dauerhaft schwachen Dollar gesetzt hatten, sehen sich nun mit einer unerwarteten Gegenbewegung konfrontiert. Für die kommenden Wochen bleibt die Entwicklung des Greenback damit ein zentraler Faktor an den internationalen Finanzmärkten.

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