UBS sieht norwegische Krone als attraktivsten Carry-Trade im G10-Raum
Die Schweizer Großbank hält an ihrer positiven Einschätzung für die norwegische Krone fest und stützt sich auf restriktive Geldpolitik sowie Energieexporte.

Die UBS Switzerland AG behält ihre Einschätzung bei, dass die norwegische Krone unter den Währungen der G10-Länder das attraktivste Carry-Profil aufweist. Als Begründung führt die Schweizer Bank eine restriktive Politik der Norges Bank sowie Norwegens Status als Netto-Energieexporteur an. Ein Carry-Trade bezeichnet dabei die Strategie, eine Währung mit niedrigem Zinssatz zu leihen und in eine Währung mit höherem Zinssatz zu investieren, um von der Zinsdifferenz zu profitieren.
Die Bank hat ihre Prognosen für das Währungspaar EURNOK unverändert bei 10,70, 10,60, 10,50 und 10,50 für die jeweiligen Quartalsenden bis September 2027 belassen. Das Paar notierte am Dienstag bei 10,8. Damit rechnet die UBS mittelfristig mit einer leichten Aufwertung der norwegischen Krone gegenüber dem Euro.
Auf ihrer Sitzung im September hatte die Norges Bank ihren Leitzins um 25 Basispunkte angehoben, sodass er nun bei 4,50 Prozent liegt. Die Zentralbank gab an, dass weitere Verschärfungen möglicherweise noch erforderlich sein könnten. Diese restriktive Haltung stützt die Attraktivität der norwegischen Währung für Carry-Strategien zusätzlich.
Energiepreise als zusätzlicher Treiber
Die UBS-Strategen Clémence Dumoncel und Constantin Bolz wiesen darauf hin, dass hohe Energiepreise Norwegen als Netto-Energieexporteur zusätzlich stützen. Getrieben werden diese Preise von anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie von steigender saisonaler Nachfrage, während die Nordhalbkugel in den Winter geht. Für ein rohstoffreiches Land wie Norwegen bedeutet dies Rückenwind für die eigene Währung.
Das Institut erwartet, dass sowohl die Norges Bank als auch die Europäische Zentralbank die Zinssätze ein weiteres Mal anheben werden. Dies würde das Zinsgefälle zwischen den beiden Währungen stabil halten und die relative Attraktivität der Krone gegenüber dem Euro sichern. Ein stabiles Zinsdifferenzial ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Carry-Trades überhaupt funktionieren.
Technische Marken und Risiken
Auf technischer Ebene identifizierte die UBS Unterstützung für EURNOK bei rund 10,73, während wichtige Widerstandsniveaus nahe bei 11,30 liegen. Solche Marken dienen Händlern als Orientierung für mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte.
Die Bank warnte zugleich vor wesentlichen Risiken für ihre Prognose. Dazu zählen ein starker Rückgang der Energiepreise, eine Verschlechterung der globalen Risikostimmung oder eine restriktivere Politik der US-Notenbank Federal Reserve, die zu einer erneuten Stärkung des Dollars führen könnte. Ein starker Dollar geht häufig zulasten kleinerer Währungen wie der norwegischen Krone.
Für deutsche Anleger ist die Einschätzung der UBS insofern relevant, als die norwegische Krone immer wieder als Beimischung in Währungsportfolios diskutiert wird. Das skandinavische Land profitiert von seiner Rolle als verlässlicher Energielieferant für Europa, was die Währung in Phasen hoher Rohstoffpreise tendenziell stützt. Zugleich bleibt die Krone jedoch anfällig für globale Risikoaversion, da sie zu den kleineren, weniger liquiden G10-Währungen zählt.
Der Artikel wurde mit Unterstützung der KI erstellt und von einem Redakteur überprüft.
