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Rohöl steigt auf 104 US-Dollar – Pipeline-Angriffe erschüttern Märkte

Angriffe auf saudische Pipeline und Blockade am Persischen Golf treiben Ölpreis auf 104 US-Dollar.

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Rohöl steigt auf 104 US-Dollar – Pipeline-Angriffe erschüttern Märkte

Der globale Rohölpreis ist am Freitag, den 18. September, auf 104 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Auslöser sind schwere Angriffe auf eine wichtige Exportpipeline Saudi-Arabiens sowie ein nahezu zum Erliegen gekommener Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz. Die Rohstoffmärkte stehen damit vor einer neuen Versorgungsengpass-Situation, die sich nun auch direkt auf die Preise für Benzin und Diesel auswirkt.

Der weltweite Referenzwert Brent legte um 0,35 US-Dollar gegenüber dem Niveau vom Donnerstag zu und verlängerte damit einen seit einem Monat andauernden Anstieg von 12 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahrespreis von 67,68 US-Dollar liegt der Kurs nun fast 55 Prozent höher. Die Kostenbeschleunigung folgt auf physische Angriffe auf die 745 Meilen lange East-West-Pipeline Saudi-Arabiens.

Houthi-Rebellen bekennen sich zu Angriffen

Bei der beschädigten Pipeline handelt es sich um den wichtigsten landgestützten Umgehungsweg des Königreichs um die Straße von Hormuz. Sie verbindet die östlichen Ölfelder mit den Exportterminals am Roten Meer. Satellitenaufnahmen bestätigten schwere Schäden an mindestens zwei Pumpstationen entlang der Route sowie einen Angriff auf ein Aramco-Massenwarenlager in Abha.

Die iranisch unterstützten Houthi-Rebellen erklärten zudem die Verantwortung für den Abschuss Dutzender ballistischer Raketen und Drohnen gegen eine Aramco-Einrichtung in Yanbu. Parallel dazu ist die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz weiterhin stark eingeschränkt. Am Donnerstag verkehrten nur vier Warentransportschiffe durch diese Engstelle – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem zehntägigen Tagesdurchschnitt von 16 Schiffen.

Auswirkungen auf Verbraucherpreise

Der Anstieg der Rohölkosten speist sich direkt in die Märkte für Verbraucher-Kraftstoffe ein. In den USA treibt dies den nationalen Durchschnittspreis für reguläres Benzin auf 4,44 US-Dollar pro Gallone sowie Diesel auf einen Rekordwert von 6,40 US-Dollar pro Gallone. Da Saudi-Arabien auf seine primäre Exportpipeline zum Roten Meer verzichten muss, hat das Königreich den Verkauf von Spot-Rohölladungen für Schiff-zu-Schiff-Übertragungen vor der Küste Omans als Notlösung eingesetzt.

Die Infrastrukturausfälle haben Mechanismen zunichte gemacht, die zuvor globale Angebotsschocks abfederten – insbesondere nach dem Start der militärischen Operationen der USA gegen den Iran am 28. Februar. Bob McNally, Gründer der Rapidan Energy Group, erklärte gegenüber der Washington Post, dass das Sicherheitsnetz, das zuvor auf reduzierte Importe Chinas, strategische Ölveröffentlichungen und die saudische Pipeline gestützt hatte, zusammengebrochen sei. Gleichzeitig geht die US Strategic Petroleum Reserve zur Neige, während die chinesische Rohölnachfrage wieder ansteigt.

Politische Reaktionen in den USA

Als Reaktion auf die explodierenden inländischen Kraftstoffkosten erwägen US-Gesetzgeber Marktinterventionen. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, hatte zuvor erklärt, er sei offen dafür, ein bundesweites Verbot von Dieselexporten zu untersuchen, um die inländischen Versorgungsmengen zu schützen. Wirtschaftswissenschaftler warnen jedoch, dass die Einschränkung von Exporten nicht das zugrunde liegende Defizit der inländischen Raffineriekapazität beheben würde und das Risiko birgt, die globale Energieknappheit weiter zu verschärfen.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie verwundbar die globalen Öllieferketten gegenüber geopolitischen Risiken sind. Für deutsche Anleger bleibt die Lage an den Rohstoffmärkten angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und der unsicheren Versorgungslage mit erhöhter Volatilität verbunden.

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