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Warum Anleger auf den Zinsanstieg der Fed gelassen reagieren sollten

Die beste Reaktion auf höhere Zinsen könnte sein, das Portfolio unverändert zu lassen.

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Warum Anleger auf den Zinsanstieg der Fed gelassen reagieren sollten

Die Federal Reserve hat die Zinsen angehoben – doch Anleger sollten nicht in Hektik verfallen. Im Gegenteil: Die beste Portfolioentscheidung als Reaktion auf die Zinsanhebung könnte darin bestehen, gar nichts zu ändern. Denn historische Daten zeigen, dass Aktien auch in Phasen steigender Zinsen ihre Überlegenheit gegenüber festverzinslichen Anlagen behaupten.

Der Grund liegt in der sogenannten Equity-Risk-Premie, also der Differenz, um die Aktien gegenüber kurzfristigen Staatsanleihen wie Schatzwechseln (T-Bills) outperformen. Diese Risikoprämie ist im Durchschnitt nicht niedriger, wenn die Zinsen steigen. Das belegt eine Analyse von Wes Crill, Vice President bei Dimensional Fund Advisers.

Historische Daten sprechen eine klare Sprache

Die Berechnungen von Crill zeigen ein bemerkenswertes Ergebnis: Der S&P 500 hat historisch gesehen nahezu identische Renditen erzielt, unabhängig davon, ob die kurzfristigen US-Staatsanleihezinsen über oder unter dem Median lagen. Der Unterschied zwischen beiden Szenarien ist statistisch nicht signifikant, wie Crill in einer E-Mail erläuterte.

Für deutsche Anleger ist diese Erkenntnis besonders relevant. Auch hierzulande verfolgen viele Privatanleger die Zinsentwicklung in den USA mit Spannung, da die Fed als Leitwährungshüter weltweit die Richtung vorgibt. Die Sorge, dass steigende Zinsen Aktienanlagen unattraktiv machen könnten, ist weit verbreitet – doch die Daten entkräften diese Befürchtung.

Die Botschaft für Anleger ist klar: Wer auf Zinserhöhungen mit panischen Umschichtungen reagiert, läuft Gefahr, genau den Fehler zu begehen, den viele Marktteilnehmer immer wieder machen – nämlich kurzfristige Bewegungen überzubewerten und langfristige Zusammenhänge aus dem Blick zu verlieren.

Disziplin statt Aktionismus

Die Analyse von Dimensional Fund Advisers unterstreicht eine fundamentale Weisheit der Kapitalanlage: Aktien sind langfristig die renditestärkere Anlageklasse, und dieser Vorteil schmilzt auch in Phasen höherer Zinsen nicht dahin. Die Equity-Risk-Premie bleibt intakt, selbst wenn die kurzfristigen Zinsen steigen.

Anleger, die ihr Portfolio nun umschichten, verpassen möglicherweise genau die Phase, in der Aktien ihre Stärke ausspielen. Die historische Evidenz spricht dafür, an der einmal gewählten Strategie festzuhalten und nicht auf jede Zinsbewegung der Notenbanken zu reagieren.

Natürlich gilt dies nicht für jedes Einzelinvestment. Die Analyse bezieht sich auf den Gesamtmarkt, repräsentiert durch den S&P 500. Einzelne Aktien oder Sektoren können durchaus unterschiedlich auf Zinsveränderungen reagieren. Doch für die grundsätzliche Asset-Allokation zwischen Aktien und Anleihen liefern die Daten einen starken Impuls zur Ruhe.

Die beste Reaktion auf steigende Zinsen? Für viele Anleger schlichtweg: nichts tun. Zumindest dann, wenn der Anlagehorizont langfristig ausgerichtet ist und die Strategie ohnehin auf soliden Fundamentaldaten beruht.

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