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US-Versicherer setzen verstärkt auf KI und Private Credit

Moody's-Umfrage zeigt: Über 40% der US-Versicherer wollen Private-Debt-Engagement ausbauen.

2 Min
US-Versicherer setzen verstärkt auf KI und Private Credit

Die US-Versicherungsbranche verlagert ihre Anlagestrategien zunehmend in Richtung Künstliche Intelligenz und Private Credit. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Ratingagentur Moody's hervor, die Ende vergangenen Jahres unter US-Versicherern durchgeführt wurde.

Mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ihre Exposition gegenüber Private Debt erhöhen zu wollen. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen hat. Private Credit, also direkte Kreditvergaben außerhalb des traditionellen Bankensektors, ist für Versicherer aufgrund der vergleichsweise höheren Renditen attraktiv.

Private Credit bereits stark gewichtet

Laut Moody's-Schätzungen entfielen Ende letzten Jahres bereits 35 Prozent der Anlagenbestände der Lebensversicherer auf Private Credit. Bei den Schaden- und Unfallversicherern lag der Anteil mit 8 Prozent zwar deutlich niedriger, doch auch hier zeichnet sich ein wachsendes Interesse ab. Die Umfrage zeigt, dass die Branche bereit ist, ihre Allokation in diesem Segment weiter auszubauen.

Parallel dazu investieren die Versicherer verstärkt in Vermögenswerte, die mit Künstlicher Intelligenz in Verbindung stehen. Besonders im Fokus stehen dabei Rechenzentren, die als kritische Infrastruktur für KI-Anwendungen gelten.

Milliardenschwere KI-Investitionen

Die Umfrage erfasste auch die Haltepositionen der Versicherer im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Demnach halten die bei Moody's bewerteten Lebensversicherer rund 8 Milliarden US-Dollar in Rechenzentrum-bezogenen Vermögenswerten. Bei den Schaden- und Unfallversicherern sind es rund 2 Milliarden US-Dollar.

Darüber hinaus engagieren sich die Versicherer in damit verbundenen Energieprojekten. Hier halten die Lebensversicherer Positionen in Höhe von rund 26 Milliarden US-Dollar, während die Schaden- und Unfallversicherer rund 1 Milliarde US-Dollar investiert haben. Der Zusammenhang liegt auf der Hand: Rechenzentren für KI-Anwendungen benötigen enorme Mengen an Energie, was Investitionen in die entsprechende Infrastruktur notwendig macht.

Strategische Neuausrichtung der Asset-Allokation

Die Ergebnisse der Moody's-Umfrage deuten auf eine strategische Neuausrichtung der US-Versicherer hin. Während traditionelle Anlageklassen wie Staatsanleihen weiterhin eine wichtige Rolle spielen, gewinnen alternative Investments wie Private Credit und KI-bezogene Infrastruktur zunehmend an Bedeutung.

Für deutsche Anleger ist dieser Trend ebenfalls relevant. Die großen deutschen Versicherungskonzerne und Rückversicherer beobachten die Entwicklungen in den USA genau und könnten ähnliche Strategien verfolgen. Der wachsende Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Kapitalmärkte und die steigende Bedeutung von Private Credit als Anlageklasse sind globale Phänomene, die auch den europäischen Versicherungsmarkt erreichen dürften.

Die Moody's-Umfrage unterstreicht, dass Versicherer zunehmend bereit sind, in renditestärkere und gleichzeitig komplexere Anlageformen zu investieren. Dies erfordert jedoch auch ein entsprechendes Risikomanagement, da sowohl Private Credit als auch KI-Infrastruktur mit spezifischen Risiken verbunden sind, die sich von traditionellen Anleiheninvestments unterscheiden.

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