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Vietnam bittet US-Marine: Tanker mit irakischem Öl passieren lassen

Vietnamesischer Staatskonzern PVOIL fordert Durchfahrtsgenehmigung für Supertanker mit 2 Millionen Barrel Rohöl.

2 Min
Vietnam bittet US-Marine: Tanker mit irakischem Öl passieren lassen

Der Handelsarm des staatlichen vietnamesischen Ölunternehmens Petrovietnam Oil Corporation (PVOIL) hat die US-Marine in einem formellen Schreiben aufgefordert, einem beladenen Rohöltanker die Durchfahrt durch die US-Blockade im Persischen Golf zu gestatten. Das Schiff soll eine vietnamesische Raffinerie mit dringend benötigten Vorräten versorgen. Der Brief vom 12. Mai wurde an US-militärische sowie diplomatische Vertretungen gesendet.

Der unter maltesischer Flagge fahrende Supertanker Agio Fanourios I hat 2 Millionen Barrel irakisches Rohöl geladen. Das Schiff verließ am 10. Mai die Straße von Hormus und befand sich im Golf von Oman, bevor es am 11. Mai wendete. Dies geht aus Schiffsverfolgungsdaten der Plattform MarineTraffic hervor.

US-Militär bestätigt Umleitung des Tankers

Das Zentralkommando des US-Militärs (Central Command) bestätigte gegenüber Reuters: „US-Streitkräfte haben das Schiff im Rahmen der laufenden Durchsetzung der Blockade gegen den Iran umgeleitet." Ob die US-Marine dem Schiff letztlich die Weiterfahrt nach Vietnam gestatten wird, ließ die Erklärung offen. Das US-Militär hat seine Schifffahrtsblockade gegen den Iran auf Ladungen ausgeweitet, die als Schmuggelware eingestuft werden, erklärte jedoch, dass andere Ölexporte aus dem Golf die Region ungehindert passieren können.

Das Schiff war am Sonntag auf der vom Iran festgelegten Route für Tanker durch die Straße von Hormus gefahren, wie die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran hat zur Schließung der Straße von Hormus geführt, wodurch hunderte Schiffe festsitzen. Über diesen kritischen Seeweg werden 20 Prozent der weltweiten Energielieferungen transportiert.

Raffinerie droht der Stillstand

Hoang Dinh Tung, Vizepräsident von PVOIL, betonte in seinem Schreiben die Dringlichkeit der Situation: „Diese Ladung ist für die Nghi Son Raffinerie (NSRP), für die Sozialistische Republik Vietnam und für das vietnamesische Volk von außerordentlicher Bedeutung." Er warnte eindringlich vor den Folgen einer weiteren Verzögerung.

„Die Rohstoffvorräte der NSRP sind kritisch niedrig; jede weitere Verzögerung birgt das Risiko, den Durchsatz der Raffinerie zum Erliegen zu bringen, mit weitreichenden Folgen für Millionen vietnamesischer Verbraucher, Unternehmen, öffentliche Dienste und Industrien", schrieb Tung. Die Nghi Son Raffinerie ist eine der wichtigsten Versorgungsanlagen für den vietnamesischen Energiemarkt.

PVOIL betonte in seinem Schreiben, „eindeutig" bestätigen zu können, dass das Schiff irakisches Basra-Rohöl geladen habe. Dieses wurde von der staatlichen irakischen Ölgesellschaft SOMO verkauft, nachdem der Tanker zwischen dem 10. und 14. April beladen worden war. Damit handle es sich ausdrücklich nicht um iranisches Öl, das unter die US-Blockade falle.

Kritischer Engpass für die globale Energieversorgung

Die Blockade der Straße von Hormus trifft nicht nur Vietnam, sondern zahlreiche Länder weltweit. Über diese Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel fließt rund ein Fünftel der globalen Energieversorgung. Hunderte Schiffe sitzen derzeit fest, was die internationalen Rohölmärkte und Lieferketten unter erheblichen Druck setzt.

Für deutsche und europäische Energieversorger sowie Anleger ist die Entwicklung rund um die Straße von Hormus von besonderer Bedeutung: Anhaltende Unterbrechungen auf dieser Route können die Rohölpreise weltweit beeinflussen und Lieferketten für Raffinerien in ganz Europa belasten.

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